- Filme in der Übersicht
- 9
- Oscars für „Rain Man“
- 4
- Einspiel von „Casino Royale“ (2006) weltweit
- 606 Mio. $
- Einspiel von „Rounders“ in den USA bei 12 Mio. $ Budget
- 22,9 Mio. $
Welche Filme gibt es, und was ist an ihnen belegt?
| Film | Regie, Jahr | Thema | Belegt |
|---|---|---|---|
| The Cincinnati Kid | Norman Jewison, 1965 | Fünfkarten-Stud-Duell in New Orleans | Jewison löste kurz nach Drehbeginn Sam Peckinpah ab; die Vorlage spielte in St. Louis |
| Rounders | John Dahl, 1998 | Jurastudent (Matt Damon) verliert seine Bankroll | 22,9 Mio. $ US-Einspiel; Johnny Chan tritt als er selbst auf; Schlusshand des Main Events 1988 gegen Erik Seidel |
| Croupier | Mike Hodges, 1998 | Möchtegern-Autor (Clive Owen) wird Croupier in London | in Großbritannien verhalten aufgenommen, nach dem US-Start breites Lob |
| Casino | Martin Scorsese, 1995 | Frank „Lefty“ Rosenthal führt Casinos für das Chicago Outfit | nach Nicholas Pileggis Sachbuch; „Tangiers“ steht für das Stardust; 178 Minuten, rund 116 Mio. $ Einspiel; Golden Globe für Sharon Stone |
| Ocean’s Eleven | Steven Soderbergh, 2001 | Heist: 160 Mio. $ aus Bellagio, Mirage und MGM Grand | Remake des Films von 1960; 450,7 Mio. $ Einspiel |
| Rain Man | Barry Levinson, 1988 | Charlie gewinnt mit Raymonds Zählkünsten 86.000 $ im Caesars Palace | vier Oscars; Raymond ist nach Kim Peek angelegt; 1988 erfolgreichster Film des Jahres |
| 21 | Robert Luketic, 2008 | MIT-Blackjack-Team | nach Ben Mezrichs „Bringing Down the House“ (2003); 157,8 Mio. $ bei 35 Mio. $ Budget; 36 % bei Rotten Tomatoes |
| Casino Royale | Martin Campbell, 2006 | Bond spielt Texas Hold’em (im Roman von 1953 Baccarat) | gedreht u. a. in Karlsbad (Grandhotel Pupp); 606 Mio. $ Einspiel |
| Molly’s Game | Aaron Sorkin, 2017 | Pokerrunden einer Gastgeberin (Jessica Chastain) | nach dem Buch von Molly Bloom |
Wie endet „The Cincinnati Kid“?
Ein Straight Flush bis zur Dame schlägt ein Full House mit Assen über Zehnern: Steve McQueen hält das Full House, Edward G. Robinson den Straight Flush. Das sichere Blatt ist keines.
Was erzählt „Rounders“, und wie wurde der Film aufgenommen?
Mike McDermott, Jurastudent in New York, verliert in einer Untergrundrunde des russischen Gangsters Teddy „KGB“ seine gesamte Bankroll von 30.000 Dollar in einer einzigen Hand. Er verspricht, mit dem Poker aufzuhören, doch der Schuldenberg seines Freundes Worm holt ihn zurück an den Tisch. Am Ende schlägt er KGB im Heads-up mit einer Straße und lässt ihn auf „Tilt“ spielen. Danach lässt er das Jurastudium hinter sich und fährt nach Las Vegas, zur World Series of Poker.
Zum Kinostart im September 1998 waren die Kritiker geteilter Meinung: 64 Prozent positive Kritiken bei Rotten Tomatoes (80 Rezensionen), 53 von 100 Punkten bei Metacritic. Der Film spielte in den USA 22,9 Millionen Dollar ein, bei 12 Millionen Dollar Budget. Zum Kultfilm wurde er nach Wikipedia erst durch den Pokerboom der frühen 2000er-Jahre.
Was stimmt an „Casino“?
Sam „Ace“ Rothstein (Robert De Niro) ist an Frank Rosenthal angelehnt, der von 1968 bis 1981 das Stardust, das Fremont, das Marina und das Hacienda in Las Vegas für das Chicago Outfit leitete. Nicky Santoro geht auf den Mafia-Vollstrecker Anthony Spilotro zurück, Ginger auf die Tänzerin und Gesellschaftsfigur Geri McGee. Gedreht wurde nachts im Riviera in Las Vegas, der Eingang des fiktiven „Tangiers“ ist das inzwischen geschlossene Landmark Hotel.
Der Film kam am 22. November 1995 bei Universal heraus. Er spielte weltweit 116 Millionen Dollar ein (43 Millionen in den USA, 73 Millionen im Ausland) bei 40 bis 50 Millionen Budget. Rotten Tomatoes führt 79 Prozent positive Kritiken (77 Rezensionen). Sharon Stone bekam den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin und eine Oscar-Nominierung.
Was ist an „Ocean’s Eleven“ und „Croupier“ bemerkenswert?
„Ocean’s Eleven“ (2001) erzählt von einem Raub von 160 Millionen Dollar aus Bellagio, Mirage und MGM Grand, den drei Häusern des Rivalen Terry Benedict. Die Filmlogik: Die Casinos müssten Bargeld für alle Wetten der Gäste vorhalten, und beim Boxkampf lägen über 150 Millionen im Tresor. Das ist Filmlogik, kein Nachweis. Der Film spielte bei etwa 85 Millionen Dollar Budget 450,7 Millionen Dollar ein, am Startwochenende 38,1 Millionen Dollar.
„Croupier“ kostete dagegen 3 Millionen Pfund und spielt im Casino „Golden Lion“, das in Marylebone in London entstand. Er läuft in Großbritannien zunächst verhalten, in den USA gab es breites Lob (95 Prozent bei Rotten Tomatoes, 59 Rezensionen). Für den Oscar war er nicht zugelassen, weil er zuvor kurz in Singapur und im niederländischen Fernsehen lief.
Was ist mit „Rounders“ und „Molly’s Game“?
Mehrere Profis nennen „Rounders“ als Grund, warum sie Poker begannen. Wikipedia führt dazu Brian Rast, Hevad Khan und Vanessa Rousso auf. Rousso nennt ihn „den besten Pokerfilm, der je gedreht wurde“ – das ist ein Urteil, keine Messung. Mehr zum Spieler hinter der Schlusshand steht im Porträt von Erik Seidel, was hinter „Molly’s Game“ steht, im Porträt von Molly Bloom.
Funktioniert Kartenzählen wie in „21“ und „Rain Man“?
Das Prinzip ist real, der Vorteil in der Praxis klein. Wie viel davon im echten Spiel funktioniert, erklärt Blackjack Karten zählen, die Regeln stehen unter Blackjack. Wer wissen will, wie die Arbeit hinter dem Tisch aussieht, findet sie unter Casino-Jobs, Baccarat erklärt die Seite Baccarat.
Bei „21“ wurde kritisiert, dass das im Buch überwiegend asiatisch-amerikanische Team mit überwiegend weißen Darstellern besetzt wurde. Jeff Ma, auf den die Hauptfigur zurückgeht, verteidigte das, räumte aber ein, dass die Kritik berechtigt sei.
Was ist bei „Casino Royale“ wahr und was Kinogold?
Bond spielt im Film Texas Hold’em in einem Turnier um 10 Millionen Dollar Buy-in, das der Bankier Le Chiffre ausrichtet, um Geld wiederzubeschaffen. Die Vorlage von Ian Fleming (1953) handelt von Baccarat. Die Außenaufnahmen der Spielbank entstanden in Karlsbad (Karlovy Vary), das Grandhotel Pupp ist im Film das „Hotel Splendide“. Der Film spielte 606 Millionen Dollar ein (nach Wiederaufführungen über 616 Millionen), 94 Prozent der Kritiken sind positiv (266 Rezensionen).
In China, wo Hold’em weniger bekannt ist, wurde für den Kinostart ein erklärender Dialog eingefügt, ähnlich wie 1954 in einer amerikanischen Fernsehfassung die Baccarat-Regeln.
Was fehlt in jeder Szene?
Die Mathematik taucht nur dort auf, wo man sie austricksen kann: beim Zählen, beim Raubzug, beim Bluff. Der Hausvorteil, der jede Runde am Roulette- oder Blackjack-Tisch prägt, hat keine Filmszene. Er steht auf der Seite Erwartungswert und Hausvorteil.
Wie unterscheiden sich die Filmtypen?
Poker-Filme erzählen vom Duell oder von der Szene: „The Cincinnati Kid“ spielt in New Orleans der 1930er-Jahre, „Rounders“ ist ein Aufsteiger-Drama, das erst später Kultstatus erlangte. „Casino“ ist das Gegenmodell zur Glitzerwelt, „Ocean’s Eleven“ die Gegenseite: ein Heist-Film und reine Unterhaltung, keine Anleitung.
„Croupier“ ist der leiseste Film der Liste. „Casino Royale“ brachte Poker in den Mainstream-Actionfilm und war bis „Skyfall“ (2012) der erfolgreichste Bond. „Rain Man“ nutzt Raymonds Rechenfähigkeit, „21“ folgt einem realen Team.
Was ist Fakt, was ist Kino?
Bei „Casino“ steht der Hintergrund fest: Das Stardust, in dem eine große Skimming-Operation der Mafia aufflog, ist im Film das „Tangiers“. Bei „Rain Man“ ist die Hauptfigur nach dem Autisten Kim Peek angelegt, den Drehbuchautor Barry Morrow kennengelernt hatte. „Ocean’s Eleven“ ist ein Remake des Rat-Pack-Films von 1960.
Als Quelle für Details taugt ein Spielfilm in keinem Fall. Poker-Profis nennen „Rounders“ als Einstieg, das ist ein Urteil über Wirkung, keine Aussage über Realismus.




