- Beschuldigte im Verfahren vom 16. April 2013
- 34
- Bewährung, kein Gefängnis
- 1 Jahr
- Geldstrafe, dazu 125.000 $ Einzug
- 200.000 $
- höchste Hände in den Runden von 2008 (Wikipedia)
- 4 Mio. $
- Einspielergebnis des Films weltweit (Wikipedia)
- 59,3 Mio. $
Wie verlief ihr Weg?
| Zeit | Ereignis |
|---|---|
| Kindheit und Jugend | aufgewachsen in Loveland, Colorado; Skirennläuferin (Platz 3 der Nor-Am-Cup-Wertung im Moguls) |
| 2004 | Umzug nach Los Angeles, Barfrau; Pokerrunde im „Viper Room“ unter Darin Feinstein |
| 2007 | Firma „Molly Bloom Inc.“ als Event- und Cateringunternehmen |
| bis 2008 | Spiele in Privathäusern und Hotels wie dem Peninsula Beverly Hills, Hände bis zu 4 Mio. $ (Wikipedia) |
| um 2009 | Umzug nach New York, dort organisiert sie Runden |
| 16. April 2013 | Verhaftung in einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Manhattan um Geldwäsche und illegale Sportwetten (mehr als 100 Mio. $) |
| Dezember 2013 | Schuldbekenntnis wegen des Betriebs illegaler Pokerspiele |
| Mai 2014 | Urteil; Buch „Molly’s Game“ erscheint |
| 8. September 2017 | Uraufführung des Films beim Filmfestival in Toronto |
| 2018 | Oscar-Nominierung für das beste adaptierte Drehbuch |
| seit 2022 | zwei Staffeln des Podcasts „Torched“ |
Zwischen dem ersten Pokerabend im Viper Room 2004 und der Verhaftung 2013 liegen neun Jahre, zwischen Verhaftung und Urteil nur ein Jahr.
Warum waren die Runden illegal?
Bloom war Gastgeberin, nicht Mitspielerin: Sie organisierte, bewirtete und verwaltete die Runde. Dass sie damit etwas verdiente, war der Kern des Problems. Das Strafgesetz des Bundesstaats New York unterscheidet zwischen dem Spieler, der selbst Einsätze riskiert, und dem Dritten, der am Spiel mitverdient. Wer als Nicht-Spieler Geld oder Sachwerte erhält, weil er laut Absprache am Ertrag des Glücksspiels beteiligt ist, „profitiert“ im Sinn des Gesetzes (Penal Law, Paragraf 225.00).
Wer unerlaubtes Glücksspiel wissentlich fördert oder davon profitiert, begeht nach Paragraf 225.05 ein „Promoting Gambling in the Second Degree“, eine Straftat der Klasse A Misdemeanor. Ihr Anwalt Jim Walden sagte beim Urteil, sie habe etwa eine Million Dollar aus Trinkgeldern und ihrem Anteil am Pot verdient, das meiste davon aber an Mitarbeiter weitergegeben und sei hoch verschuldet gewesen.
Die Staatsanwaltschaft Manhattan schrieb in ihrer Mitteilung vom 16. April 2013, mehrere Angeklagte hätten hochklassige illegale Pokerräume in und um New York City betrieben und gefördert, darunter Bloom. Die Spiele hätten Spielschulden von bis zu mehreren hunderttausend Dollar verursacht.
Was hat das Gericht entschieden?
| Strafe | Umfang |
|---|---|
| Bewährung | 1 Jahr |
| Gemeinnützige Arbeit | 200 Stunden |
| Geldstrafe | 200.000 US-Dollar |
| Einzug (Forfeiture) | 125.000 US-Dollar |
Bundesrichter Jesse Furman sah in ihr eine Beteiligte mit kleiner Rolle in einem viel größeren kriminellen Betrieb, die keine Haftstrafe rechtfertigte. Eine Höchststrafe von zehn Jahren hatte im Raum gestanden, dazu sechs Jahre Aufsicht und bis zu 1,5 Millionen Dollar Geldstrafe (Wikipedia).
Was hatte Bloom mit dem Ruderman-Betrugsfall zu tun?
2011 geriet eines der Spiele aus Los Angeles in die Insolvenzuntersuchung gegen Bradley Ruderman, der einen Hedgefonds als Schneeballsystem betrieben hatte. Nach seiner Verurteilung stellten die Insolvenzverwalter fest, dass er mit dem Geld Spielschulden bei Bloom und anderen Spielern beglichen hatte. Sie verklagten die Beteiligten auf Rückzahlung von mindestens 1,5 Millionen Dollar. Strafrechtlich verfolgt wurde Bloom dafür nicht.
Was ist am Film erfunden?
„Molly’s Game“ ist eine Spielfilm-Erzählung mit Jessica Chastain in der Hauptrolle, Idris Elba als ihrem Anwalt Charlie Jaffey und Kevin Costner als Vater. Beim Anwalt hört die Deckung mit der Wirklichkeit auf: Vor Gericht vertrat sie Jim Walden. Auch „Player X“ (Michael Cera) ist laut Wikipedia eine zusammengesetzte Figur, und der Immobilienentwickler Dean Keith ist von Darin Feinstein inspiriert. Als Quelle für Namen und Einsätze taugt der Film nicht.
Sorkin schrieb das Drehbuch nach Blooms Buch und gab mit ihm sein Regiedebüt; gedreht wurde ab November 2016 in Toronto. Auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes steht der Film bei 82 Prozent positiver Kritiken (304 Rezensionen, Wikipedia, abgerufen am 2. Oktober 2026). Chastain bekam eine Golden-Globe-Nominierung, Sorkin eine für den Oscar und den Golden Globe.
Wie lief der Film an den Kassen?
Die Weltpremiere war am 8. September 2017 beim Filmfestival in Toronto. In den USA startete der Verleih STX am 25. Dezember 2017 mit einem begrenzten Einsatz in 271 Kinos, die breite Auswertung folgte am 5. Januar 2018. Am Ende standen 28,8 Millionen Dollar aus den USA und Kanada und 30,5 Millionen aus anderen Ländern in den Büchern, zusammen 59,3 Millionen (Wikipedia).
Danach wandte sie sich einem anderen Feld zu: Seit 2022 produzierte und moderierte sie bei zwei Staffeln den Podcast „Torched“ (produziert von FilmNation), der umstrittene Olympia-Ereignisse und andere Sportgeschichten erzählt, als Mischung aus dokumentarischem Erzählen und Interviews mit Sportlern. Mit Poker hat er nichts mehr zu tun, mit ihrer Vergangenheit als Skirennläuferin eher.
Wann wird ein Pokerspiel zum Glücksspielbetrieb?
In New York zählt, ob jemand verdient, weil gespielt wird: Sobald ein Dritter, der selbst nicht spielt, am Pot beteiligt ist, hat das Gesetz einen Tatbestand. Die Rechtslage in Deutschland steht im Überblick zur Rechtslage. Die Regeln erklärt die Seite zu Poker, den Ablauf einer Runde die zu Texas Hold’em. Ein Profi, der sein Geld mit dem Spiel selbst verdiente: Erik Seidel. Zum Film im Vergleich mit anderen: Glücksspielfilme.
Wer ist Molly Bloom?
Sie war Skirennläuferin, nicht Pokerspielerin: Tochter eines klinischen Psychologen und Professors an der Colorado State University, Mitglied des US-Skiteams. Ihr Bruder Jeremy Bloom wurde Olympia-Skifahrer und später Footballprofi. Sie selbst studierte Politikwissenschaft an der University of Colorado Boulder.
In Los Angeles holte sie 2004 der Mitinhaber des Clubs Viper Room, Darin Feinstein, als Betreuerin einer Pokerrunde im Keller. Daraus wurde ihr eigenes Geschäft. Die Boulevardpresse nannte sie „Poker Princess“, mit ihrem Sport hatte das nichts zu tun, mit Disziplin aber viel.




