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Poker lernen: Spielvarianten im Überblick und der Lernpfad vom Einsteiger zur Strategie

Poker lernen ohne Vorwissen: Welche Varianten es gibt und in welcher Reihenfolge Sie Regeln, Hände und Strategie angehen.

Familien von Poker-Varianten
3
Spieler beim Texas Holdem
2 bis 10
Kombinationen für zwei Startkarten
1.326
Paar Asse als Starthand
0,45 %
Tische gleichzeitig höchstens (§ 22b GlüStV)
4

Was ist Poker, und worum geht es?

Poker ist der Name einer Familie von Kartenspielen. Gespielt wird normalerweise mit 52 Karten, aus fünf davon bildet jeder Spieler seine Hand. Die Spieler setzen Chips, ohne das Blatt der Gegner zu kennen, und die Chips aller Spieler einer Runde bilden den Pot. Ihn bekommt der Spieler mit der stärksten Hand oder der Einzige, der übrig bleibt, wenn niemand seinen Einsatz mitgehen will.

Daraus ergibt sich das Bluffen: Man kann mit schlechten Karten gewinnen, wenn die anderen aufgeben. Das Ziel ist nach der deutschen Wikipedia schlicht, möglichst viele Chips oder möglichst viel Geld von den anderen Spielern zu gewinnen. Ein Haus, das den Pot stellt, gibt es nicht. Varianten, bei denen jeder einzeln gegen das Haus spielt, folgen anderen Regeln und sind hier nicht gemeint.

Welche Poker-Varianten gibt es?

Nach Wikipedia gliedert sich Poker in drei Familien:

FamiliePrinzipBeispiel
Draw PokerJeder erhält eine komplette Hand und kann Karten tauschenFive Card Draw
Stud PokerKarten teils offen, teils verdeckt, dazwischen wird gesetztSeven Card Stud
Community Card Pokereigene Karten plus gemeinsame Karten auf dem TischTexas Holdem, Omaha

Texas Holdem ist das bekannteste Mitglied der dritten Familie: zwei eigene Karten, fünf Gemeinschaftskarten, gespielt wird die beste Fünf-Karten-Kombination aus sieben. Die komplette Anleitung steht unter Poker Regeln für Anfänger.

Texas HoldemOmaha
Eigene Karten24
Verwendungbeide, eine oder keinegenau zwei plus genau drei vom Tisch
Einstieggeeignetkomplexer, mehrere Draws gleichzeitig

Pot-Limit Omaha ist nach Wikipedia die verbreitetste Omaha-Form in Europa und im Online-Spiel. Beide Spiele verwenden dieselbe Rangfolge der Hände.

Texas Holdem ist nach der deutschen Wikipedia seit einiger Zeit mit Abstand die beliebteste Variante. Seven Card Stud war dagegen lange meist die einzige Variante in Spielbanken, inzwischen bieten immer mehr Häuser auch Texas Holdem an. Draw Poker gilt als die älteste Kategorie, Five Card Draw war lange die am weitesten verbreitete Form und taucht deshalb in vielen Western auf. Es ist die einzige Kategorie, in der Sie keine Karten des Gegners zu sehen bekommen.

Welcher Lernpfad führt vom Anfänger zur Strategie?

  1. 01
    Ablauf verstehen

    Blinds, Flop, Turn, River, Showdown und die Höhe eines Raises.

  2. 02
    Hände sicher kennen

    Welche Kombination schlägt welche, was gilt bei Gleichstand?

  3. 03
    Position und Wahrscheinlichkeiten

    Warum der Button im Vorteil ist, wie Sie Outs zählen und ab welchem Einsatz sich ein Call lohnt.

  4. 04
    Mathematik des Glücksspiels

    Poker hat keinen festen Hausvorteil auf die einzelne Wette, Erwartungswert und Streuung gelten trotzdem.

Die Reihenfolge hat einen Grund. Wer mit Strategie beginnt, ohne die Regeln zu beherrschen, verliert Pots durch Regelfehler, nicht durch schlechte Entscheidungen. Wer die Hände nicht kennt, kann am Showdown nicht prüfen, ob er gewonnen hat. Die Poker Strategie baut deshalb auf drei Zahlen auf, die Sie auf den Folgeseiten selbst nachrechnen können: 1.326 Kombinationen für zwei Startkarten, 169 nicht gleichwertige Starthände und die Chance, mit einem Draw bis zum River zu treffen.

Für den ersten Abend genügt wenig. Strategie ist Wiederholung, und die lohnt erst, wenn der Ablauf sitzt.

  1. 01
    Regeln lesen

    Einmal komplett, ohne etwas auswendig zu lernen.

  2. 02
    Drei Hände nachspielen

    Mit Karten am Tisch oder mit der Beispielhand auf der Regelseite.

  3. 03
    Hände üben

    Die Reihenfolge mit dem Trainer, bis Flush gegen Straße ohne Nachdenken sitzt.

Was brauchen Sie zum Poker spielen: Karten, Chips, Dealer-Button?

Ein Paket mit 52 Karten, Chips und eine Markierung für den Geber. Die deutsche Wikipedia nennt Pokerkarten im Pokerformat, die etwas breiter sind als Karten im Bridge-Format. Karten aus reinem Kunststoff behalten ihre Form auch nach langem Spielen und gelten deshalb nicht so schnell als gezinkt.

Gespielt wird in Spielbanken in der Regel mit Jetons statt mit Bargeld. In einem Cash Game entspricht jeder Chip einem festen Geldbetrag, der vom gespielten Limit abhängt. Am privaten Tisch teilt ein Mitspieler als Dealer, in der Spielbank ein Croupier. Der Dealer-Button auf dem Tisch markiert dann nur noch die Position.

MaterialZweck
52 Kartenzwei verdeckte je Spieler, fünf offene beim Texas Holdem
Chipsstehen für die Einsätze, im Cash Game für feste Beträge
Dealer-Buttonzeigt die Geberposition, rückt nach jeder Hand weiter

Wie viele Spieler brauchen Sie für welche Variante?

Mindestens zwei, aber die Obergrenze hängt vom Spiel ab. Sie ergibt sich aus der Zahl der Karten, die jeder Spieler braucht.

VarianteSpielerQuelle der Angabe
Texas Holdem2 bis 10deutsche Wikipedia
Seven Card Stud2 bis 7Reglement der Casinos Austria

Beim Texas Holdem würden die 52 Karten rechnerisch für 22 Spieler reichen, am Tisch sitzen meist deutlich weniger. Beim Seven Card Stud liegt die Grenze bei sieben, weil jeder bis zu sieben Karten bekommt. Früher wurde mit bis zu acht Spielern gespielt, dann war eine gemeinsame Karte nötig, die für alle gilt. Zu zweit heißt die Spielform Heads-Up.

Wo können Sie Poker spielen: Heimrunde, Spielbank oder online?

Poker lässt sich auf drei Wegen spielen, und die Regeln dazu unterscheiden sich in der Praxis kaum, der rechtliche Rahmen dagegen deutlich.

OrtWer teilt ausWorauf Sie achten
Heimrundeein Mitspieler als DealerHausregeln vorher klären
SpielbankCroupierEintritt, Dresscode, Mindesteinsätze
OnlineSoftwareErlaubnis nach § 22b GlüStV, zufällige Tischzuweisung

Die deutsche Wikipedia nennt Texas Holdem neben Seven Card Stud und Omaha als die am häufigsten in Spielbanken angebotene Art des Pokers. Welche Häuser es gibt und was dort gilt, steht unter Spielbanken in Deutschland. Wer online spielen will, findet die erlaubten Anbieter in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, die in den Quellen verlinkt ist.

Und kostenlos? Ein Glücksspiel setzt nach § 3 Abs. 1 GlüStV 2021 voraus, dass für die Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird. Wer die Regeln mit Chips ohne Geldwert übt, zahlt kein Entgelt. Auf dieser Seite und den Folgeseiten üben Sie ohne Einsatz.

Welche fünf Begriffe brauchen Sie sofort?

Fünf Wörter genügen für die ersten Hände, drei weitere helfen beim Zuhören. Die Aktionen am Tisch, also Check, Bet, Call, Raise und Fold, erklärt die Seite Poker Regeln für Anfänger Zug für Zug. Der Kicker entscheidet im Showdown, wer den Pot bekommt, wenn zwei Spieler dieselbe Kombination halten, Beispiele stehen auf Poker Kombinationen.

BegriffBedeutung
Hole CardsIhre zwei verdeckten Karten
Flop, Turn, Riverdritte, vierte und fünfte Gemeinschaftskarte, jeweils gefolgt von einer Setzrunde
BlindsPflichteinsätze links vom Dealer-Button
ShowdownAufdecken nach der letzten Setzrunde, die höchste Hand gewinnt
All-inder gesamte Chipstapel als Einsatz
Potdie Summe aller Einsätze einer Hand
Kickerdie höchste Beikarte, die über Gleichstand entscheidet
AnteGrundeinsatz aller Spieler, vor allem bei Stud und Draw

Ist Poker Glück oder Können?

Bei Roulette, Baccarat oder Slots hat die Bank einen mathematischen Vorteil, den Sie nicht beeinflussen. Beim Poker spielen die Teilnehmer gegeneinander. Wikipedia fasst es so zusammen: Eine einzelne Hand hängt erheblich vom Zufall ab, die langfristigen Erwartungen der Spieler bestimmen aber ihre Entscheidungen, die auf Wahrscheinlichkeit, Psychologie und Spieltheorie beruhen.

Wer ohne Überlegung jede Hand spielt, verliert gegen jemanden, der auswählt. Ein Paar Asse bekommen Sie mit 6 von 1.326 Möglichkeiten, also etwa 0,45 %: weniger als eine von 200 Händen. Entscheidungen zählen, trotzdem ist eine Sitzung kurz und die Streuung groß.

Dass Bluffen dazugehört, ist keine Beobachtung vom Pokertisch, sondern auch mathematisch untersucht. Nach der deutschen Wikipedia diente Poker mehreren Pionieren der Spieltheorie als Beispiel:

JahrEreignis
1928John von Neumann kündigt einen Beweis der Notwendigkeit des Bluffens an
1944von Neumann und Oskar Morgenstern veröffentlichen die ersten Ergebnisse an einem Zwei-Personen-Modell
1950John Nashs Dissertation enthält als Beispiel ein einfaches Poker-Modell mit drei Personen

Wer Verluste durch besseres Spiel zurückholen will, folgt einem Trugschluss. Setzen Sie ein festes Budget und füllen Sie es nicht nach, Hinweise stehen unter Verantwortungsvolles Spielen.

Gibt es Poker mit Würfeln?

Ja. Pokerwürfel entstanden nach der deutschen Wikipedia um 1880 in den Vereinigten Staaten, ein Patent stammt aus dem Jahr 1881. Sie zeigen auf den sechs Flächen Ass, König, Dame, Bube, Zehn und Neun.

Es gibt drei Grundformen, aus einer ist später Kniffel hervorgegangen, mehr dazu unter Würfelspiele.

FormMerkmal
Poker Diceoffenes Würfelpoker
Liar Diceverdecktes Würfelpoker, im Französischen Poker menteur
Escalerosüdamerikanische Form des Würfelpokers

Welche Fehler machen Einsteiger beim Poker lernen?

Der häufigste Fehler ist, zu früh Strategie zu lernen. Wer Begriffe wie Position oder Pot Odds nachschlägt, aber den Ablauf einer Hand noch nicht sicher beherrscht, verliert Pots durch Regelfehler. Der zweite Fehler ist, zu viele Hände zu spielen: Die meisten Starthände sind Durchschnitt, und ein hohes Paar bekommen Sie nur selten, die Zahlen stehen auf der Seite Texas Holdem Strategie.

Der dritte betrifft das Geld. Nach einer Verlustserie das Budget aufzufüllen, um das Verlorene zurückzuholen, ist der Spielerfehlschluss in Reinform. Eine einzelne Hand hat kein Gedächtnis, und gutes Spiel verhindert Streuung nicht. Legen Sie das Budget fest, bevor die erste Karte fällt, und halten Sie sich daran, Hilfe finden Sie unter Verantwortungsvolles Spielen.

Wie ist Online-Poker in Deutschland geregelt?

§ 22b des Glücksspielstaatsvertrags 2021 legt fest:

RegelInhalt
Spielernur natürliche Personen gegeneinander
AutomatenProgramme zum automatischen Spielen müssen verhindert werden
Tischzuweisungzufällig
Mehrere Spielegleichzeitig grundsätzlich verboten, die Behörde kann bis zu vier Tische zulassen

Wer Online-Poker anbieten darf, führt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in ihrer Whitelist. Der Gesamtrahmen steht unter Online Casino Deutschland legal.

Rechtlich wird Poker in Deutschland nach der Wikipedia weit überwiegend zu den Glücksspielen gezählt, in Österreich ebenso. § 3 Abs. 1a GlüStV 2021 definiert Online-Poker als jede Variante ohne Bankhalter, bei der verschiedene natürliche Personen im Internet an einem virtuellen Tisch gegeneinander spielen. Die Behörde legt Höchstgrenzen fest: für die Mindesteinsätze je Hand, für den Betrag, den ein Spieler an einem Tisch haben darf, und für die Teilnahmegebühr bei Turnieren. Den Tisch weist der Anbieter zufällig zu, eine Auswahl durch den Spieler ist unzulässig.

Wo finden Sie Spieler und Geschichten?

Porträts und Geschichten aus der Pokerwelt stehen im Magazin: deutsche Pokerspieler, die Geschichte von Erik Seidel und die Masterclass von Daniel Negreanu. Ein Kartenspiel mit anderem Tempo ist Blackjack.

Testen Sie sich0 / 5
1Zu welcher Familie gehört Texas Holdem?
2Wie viele eigene Karten bekommt man beim Omaha, und wie viele davon muss man verwenden?
3Wie wahrscheinlich ist ein Paar Asse als Starthand?
4Wie viele Pokertische darf ein Spieler in Deutschland gleichzeitig nutzen?
5Womit beginnt der Lernpfad?

Häufige Fragen

Wie lernt man Poker am besten?

In dieser Reihenfolge: erst die Regeln einer Variante (meist Texas Holdem), dann die Reihenfolge der Hände, danach Grundbegriffe wie Position und Pot Odds. Wer die Regeln sicher beherrscht, muss am Tisch nicht mehr nachdenken, wer gewinnt, und kann sich auf Entscheidungen konzentrieren.

Welche Poker-Variante ist die bekannteste?

Texas Holdem. Jeder Spieler erhält zwei eigene Karten, fünf Karten liegen gemeinsam auf dem Tisch. Wikipedia nennt es als bekanntestes Spiel der Familie der Community-Card-Varianten.

Ist Poker Glück oder Können?

Beides. Der Ausgang einer einzelnen Hand hat einen starken Glücksanteil. Auf lange Sicht bestimmen laut Wikipedia aber die Entscheidungen der Spieler, die auf Wahrscheinlichkeit, Psychologie und Spieltheorie beruhen, das Ergebnis. Die rechtliche Einordnung ist davon getrennt zu betrachten.

Ist Online-Poker in Deutschland erlaubt?

Ja, aber nur mit behördlicher Erlaubnis. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 regelt es in § 22b: Es dürfen nur natürliche Personen gegeneinander spielen, die Tischzuweisung muss zufällig sein, und gleichzeitiges Spielen mehrerer Pokerspiele ist grundsätzlich verboten.

Wie viele Spieler können beim Texas Holdem mitspielen?

Nach der deutschen Wikipedia sind es zwei bis höchstens zehn Personen. Zu zweit spricht man von Heads-Up.

Mit wie vielen Karten wird Poker gespielt?

Normalerweise mit 52 Karten, also dem anglo-amerikanischen Blatt ohne Joker. Aus fünf Karten wird die Hand gebildet. Bei Texas Holdem und Seven Card Stud stellt der Spieler seine Fünf-Karten-Hand aus sieben verfügbaren Karten zusammen.

Muss man beim Poker die Karten immer zeigen?

Nein. Steigen alle anderen aus, gewinnt der letzte Spieler den Pot, ohne seine Karten aufzudecken. Kommt es zum Showdown, deckt zuerst auf, wer zuletzt erhöht hat. Alle anderen dürfen aufdecken, müssen es aber nicht.

Kann man Poker kostenlos spielen?

Ohne Einsatz ja. Das Glücksspielrecht knüpft an das Entgelt an, das für die Gewinnchance gezahlt wird (§ 3 Abs. 1 GlüStV 2021). Wer nur übt, zahlt nichts. Poker um Geld im Internet darf dagegen nur ein Anbieter mit behördlicher Erlaubnis anbieten.

Quellen

  1. Wikipedia: Poker (Varianten, Hand-Rangfolge, Bluffen)
  2. Wikipedia: Omaha hold ’em (vier Hole Cards, genau zwei verwenden)
  3. Wikipedia: Texas Hold’em (Spielerzahl, Regeln)
  4. GlüStV 2021, § 22b Online-Poker (Bayern.Recht)
  5. Wikipedia: Poker (Familie der Varianten, Spielablauf, Würfelpoker, Spieltheorie)
  6. GlüStV 2021, § 3 Begriffsbestimmungen (Glücksspiel, Online-Poker)
  7. Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder: Übersicht erlaubter Anbieter
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