- Kombinationen für zwei Startkarten
- 1.326
- nicht gleichwertige Starthände
- 169
- Asse gegen Könige
- 81,1 %
- Flush-Draw bis zum River
- 35,0 %
- nötige Chance bei 20 € Call in 80 € Pot
- 20 %
Texas Holdem Regeln in Kürze: Was gilt am Tisch?
Texas Holdem ist eine Variante des Pokers. Jeder Spieler bekommt zwei verdeckte Karten, fünf offene Gemeinschaftskarten liegen in der Mitte, und gesetzt wird in vier Runden: vor dem Flop, nach dem Flop, nach dem Turn und nach dem River. Gespielt wird mit 52 Karten von zwei bis höchstens zehn Personen. Die deutsche Wikipedia fasst unter Hold’em alle Varianten zusammen, in denen fünf offene Karten in der Mitte liegen und jeder höchstens zwei Handkarten verwenden darf.
| Baustein | Texas Holdem |
|---|---|
| Karten je Spieler | 2 verdeckte |
| Gemeinschaftskarten | 5 offene in drei Schritten (Flop, Turn, River) |
| Pflichteinsätze | Small Blind und Big Blind |
| Gewinner | beste Fünf-Karten-Hand aus sieben Karten oder der letzte verbliebene Spieler |
Warum gerade diese Variante so verbreitet ist, erklärt die deutsche Wikipedia mit ihrem Lernprofil: Sie ist für Anfänger leicht zu erlernen, es dauert aber, bis ein Spieler ein hohes Niveau erreicht. Regeln noch nicht sicher? Dann zuerst die Poker Regeln für Anfänger, dort mit allen Aktionen, Side Pot und Beispielhand.
Welche Hände zählen beim Texas Holdem?
Es zählt die beste Fünf-Karten-Kombination aus Ihren zwei Karten und den fünf auf dem Tisch. Die Rangfolge ist dieselbe wie bei jedem Poker: vom Royal Flush bis zur Höchsten Karte. Die Wahrscheinlichkeiten für jede Kombination mit sieben Karten und die Regeln für Gleichstand stehen unter Poker Kombinationen. Hier geht es um die Frage davor: Welche Starthand lohnt sich, und was bringt der Flop?
Wie oft bekommen Sie welche Starthand?
Zwei Karten aus 52 ergeben 1.326 Möglichkeiten. Nach Wikipedia lassen sie sich auf 169 nicht gleichwertige Starthände zusammenfassen: 13 Paare, 78 gleichfarbige (suited) und 78 verschiedenfarbige (offsuit).
| Starthand | Kombinationen | Wahrscheinlichkeit |
|---|---|---|
| Ein bestimmtes Paar (z. B. Asse) | 6 | 0,45 % |
| Irgendein Paar | 78 | 5,88 % |
| Bestimmtes gleichfarbiges Blatt (A♠ K♠) | 4 | 0,30 % |
| Bestimmtes verschiedenfarbiges Blatt (A K offsuit) | 12 | 0,90 % |
| Ass-König, egal welche Farben | 16 | 1,21 % |
Weniger als eine von 200 Händen ist ein Paar Asse. Meist halten Sie Durchschnittliches, darum zählt, was Sie mit mäßigen Händen tun.
Wie stark ist eine Hand im Duell?
Starthände haben keinen festen Wert, nur eine Gewinnchance gegen eine bestimmte Gegnerhand. Die Duelle sind über alle 1.712.304 möglichen Boards gerechnet (fünf Karten aus den 48 verbleibenden):
| Duell | Gewinnt | Verliert | Gleichstand |
|---|---|---|---|
| A♠ A♥ gegen K♦ K♣ | 81,1 % | 18,5 % | 0,4 % |
| A♠ K♠ gegen Q♦ Q♣ | 46,0 % | 53,6 % | 0,4 % |
| A♠ A♥ gegen 7♣ 2♦ | 87,2 % | 12,4 % | 0,4 % |
Selbst die beste Starthand verliert gegen die schlechteste in etwa jeder achten Hand. Und Ass-König gleichfarbig liegt gegen ein Paar Damen leicht zurück: die „Münzwurf-Situation“, ein Paar gegen zwei hohe Karten. Mit anderen Farben verschieben sich die Werte um einige Zehntel Prozentpunkte.
Welche Starthände gelten als stark, welche als schwach?
Die deutsche Wikipedia nennt als stärkste Starthände nach absteigender Gewinnchance: A-A, K-K, Q-Q, J-J, A-K gleichfarbig, T-T, A-Q gleichfarbig, A-J gleichfarbig, K-Q gleichfarbig und A-K verschiedenfarbig. Als allgemein schwächste Starthand gilt 7-2 verschiedenfarbig, im Duell zu zweit 3-2 verschiedenfarbig.
| Gruppe | Beispiele | Kombinationen |
|---|---|---|
| Hohe Paare | A-A, K-K, Q-Q, J-J | 4 · 6 = 24 |
| Hohe gleichfarbige Blätter | A-K, A-Q, A-J, K-Q gleichfarbig | 4 · 4 = 16 |
| Schwächste Hand | 7-2 verschiedenfarbig | 12 |
Zusammen sind die vier hohen Paare nur 24 von 1.326 Möglichkeiten, also 1,81 %. Sie bekommen sie etwa jede 55. Hand. Das erklärt, warum die meisten Hände Durchschnitt sind und warum ein Spieler, der bei jeder Hand mitgeht, überwiegend mit Händen spielt, die weit hinter dieser Spitze liegen.
Warum ist die Position so wichtig?
Nach dem Flop beginnt jede Setzrunde, so die englische Wikipedia, links vom Dealer. Der Button handelt in jeder Runde nach dem Flop als Letzter und sieht, was die anderen tun, bevor er entscheidet.
| Runde | Wer beginnt | Wer handelt zuletzt |
|---|---|---|
| Vor dem Flop | links vom Big Blind | der Big Blind |
| Nach dem Flop, Turn, River | links vom Dealer | der Button |
Daraus folgt: Je später die Position, desto mehr Hände sind spielbar. K♣ 9♣ ist auf dem Button ein Kandidat, in erster Position ein Fehler. Wo die Grenze liegt, hängt von Strategie und Gegnern ab. Dass Position ein Informationsvorteil ist, gehört dagegen zu den Spielregeln.
Wie oft trifft der Flop Ihre Hand?
Nach den zwei Startkarten sind 50 Karten unbekannt, der Flop zieht daraus drei. Es gibt 19.600 mögliche Flops (50 über 3). Aus den Anzahlen lassen sich die Trefferchancen direkt ablesen:
| Ausgangslage | Was Sie brauchen | Günstige Flops | Chance |
|---|---|---|---|
| Paar auf der Hand | mindestens eine der 2 übrigen Karten für einen Drilling | 19.600 − 17.296 = 2.304 | 11,76 % |
| Paar auf der Hand | beide übrigen Karten plus eine beliebige, also Vierling | 48 | 0,24 % |
| Zwei ungepaarte Karten (A-K) | mindestens eine von 6 Karten für ein Paar | 19.600 − 13.244 = 6.356 | 32,43 % |
| Zwei gleichfarbige Karten | genau zwei weitere der Farbe, also Flush-Draw | 55 · 39 = 2.145 | 10,94 % |
| Zwei gleichfarbige Karten | alle drei der Farbe, also Flush | 165 | 0,84 % |
Bis zum River, mit allen fünf Gemeinschaftskarten, steigen die Werte: Ein Paar trifft mindestens einen Drilling in 19,18 %, gerechnet als 1 − 1.712.304 / 2.118.760. Die beiden ungepaarten Karten paaren sich in 48,74 % der Fälle, ein gleichfarbiges Blatt führt in 6,40 % der Hände zum fertigen Flush. Die meiste Zeit verfehlt der Flop Ihre Hand, und ein Drilling aus dem Paar fällt auf dem Flop nur in etwa jeder neunten Hand.
Wie rechnet man Outs?
Ein Out ist eine Karte, die Ihre Hand zur besten macht. Auf dem Flop sind 47 Karten unbekannt (52 minus Ihre zwei, minus drei am Tisch).
| Draw | Outs | nächste Karte | bis zum River (zwei Karten) |
|---|---|---|---|
| Flush-Draw (vier einer Farbe) | 9 | 19,1 % (9/47) | 35,0 % |
| Open-ended Straight-Draw | 8 | 17,0 % (8/47) | 31,5 % |
| Gutshot (Lücke in der Mitte) | 4 | 8,5 % (4/47) | 16,5 % |
| Zwei Overcards (Paar-Chance) | 6 | 12,8 % (6/47) | 24,1 % |
| Paar zum Drilling | 2 | 4,3 % (2/47) | 8,4 % |
Die Chance auf zwei Karten ist die Gegenwahrscheinlichkeit: keine Out-Karte am Turn (38/47 bei neun Outs) mal keine am River (37/46), beim Flush-Draw also 1 − (38/47 · 37/46) = 35,0 %. Faustformel: Outs mal vier auf dem Flop, Outs mal zwei auf dem Turn. Beim Flush-Draw ergibt das 36 %, bei vielen Outs überschätzt sie leicht. Hat ein Gegner schon ein stärkeres Blatt, schrumpfen die Outs, etwa wenn Ihr Flush gegen ein Full House verliert.
Was kostet ein Call, was bringt er?
- 01Pot und Einsatz zusammenzählen
Pot plus Gegnereinsatz, dann Ihr Call dazu.
- 02Call teilen
Ihr Call geteilt durch den Pot nach dem Call.
- 03Mit der Gewinnchance vergleichen
Liegt Ihre Chance darüber, rechnet sich der Call langfristig.
| Beispiel 1 | Beispiel 2 | |
|---|---|---|
| Pot vor dem Einsatz | 60 € | 60 € |
| Einsatz des Gegners | 20 € | 50 € |
| Pot nach dem Einsatz | 80 € | 110 € |
| Ihr Call | 20 € | 50 € |
| Pot nach dem Call | 100 € | 160 € |
| Nötige Gewinnchance | 20/100 = 20 % | 50/160 = 31,25 % |
| Flush-Draw, zwei Karten (35,0 %) | lohnt | lohnt |
| Flush-Draw, nur Turn (19,1 %) | knapp darunter | lohnt nicht |
Im ersten Beispiel rechnet sich der Call, solange kein weiterer Einsatz folgt. Je größer der Einsatz im Verhältnis zum Pot, desto höher die nötige Chance. Pot Odds verraten nicht, ob der Gegner blufft. Implied Odds, das Geld, das Sie bei einem Treffer zusätzlich gewinnen, sind eine Schätzung und keine Rechnung.
Ein zweites Beispiel mit einer Straßen-Chance: Sie halten 8♦ 9♣, der Flop bringt 6♥ 7♠ K♦, mit einer 5 oder einer 10 steht die Straße (acht Outs). Der Pot hat 60 €, der Gegner setzt 20 €, Sie zahlen 20 € in einen Pot von 80 € und brauchen 20 %. Die nächste Karte allein trifft in 17,0 % der Fälle, das reicht nicht, bis zum River sind es 31,5 %, das reicht, solange kein weiterer Einsatz folgt. Genau hier trennt sich Rechnen von Hoffen: Es kommt darauf an, ob Sie die zweite Karte noch sehen dürfen.
Welche Fehler machen Anfänger bei der Texas Holdem Strategie?
Die meisten Fehler lassen sich in Zahlen fassen. Fünf Muster tauchen immer wieder auf:
| Fehler | Warum er teuer ist |
|---|---|
| Zu viele Hände spielen | Nur 5,88 % der Hände sind ein Paar, nur 1,81 % ein hohes Paar. Der Rest liegt meist hinter dem, was Gegner halten. |
| Gleichfarbig überschätzen | Ein Flush auf dem Flop fällt in 0,84 %, bis zum River in 6,40 % der Hände. |
| Position ignorieren | Wer früh handelt, entscheidet ohne Information, der Button handelt zuletzt. |
| Ohne Pot Odds callen | Bei 50 € in einen Pot von 110 € brauchen Sie 31,25 %. Ein Flush-Draw erreicht das nur mit beiden Karten bis zum River (35,0 %), nicht mit der nächsten allein (19,1 %). |
| Verluste zurückholen | Eine einzelne Hand hat kein Gedächtnis, siehe Spielerfehlschluss. |
Auffällig ist, dass fast alle Fehler mit Geduld zu tun haben. Die Mathematik rät dazu, viele Hände wegzuwerfen, und genau das fällt Anfängern schwer. Wer fünf Hände in Folge aussteigt, hat nichts falsch gemacht, sondern entspricht dem Durchschnitt.
Welche Formen von Texas Holdem gibt es: No Limit, Pot Limit, Short Deck?
Gespielt wird Texas Holdem in vier Setzstrukturen. International ist nach der deutschen Wikipedia No Limit Texas Holdem die am weitesten verbreitete Form, dort darf jeder Spieler zu jedem Zeitpunkt alle seine Chips setzen. Wie viel bei den einzelnen Formen erlaubt ist, steht unter Poker Regeln für Anfänger.
| Setzstruktur | Kurz erklärt |
|---|---|
| No Limit | nur ein Minimum für Bet und Raise, der Maximaleinsatz ist der eigene Stack |
| Pot Limit | höchstens so viel, wie sich im Pot befindet |
| Split Limit | in den ersten beiden Runden bis zum unteren, danach bis zum oberen Limit |
| Fixed Limit | feste Einsatzhöhen, begrenzte Zahl von Erhöhungen |
Eine Abwandlung des Spiels ist Short Deck. Dabei werden die Karten 2 bis 5 entfernt, es bleiben 36 Karten, Paare und Straßen werden wahrscheinlicher, der Flush seltener, weshalb er höher gewertet wird als ein Full House. Nach der Wikipedia wird die Variante seit Mai 2018 bei der Triton Poker Series gespielt, bei der World Series of Poker gab es im Juni 2019 erstmals ein Event damit. Für alle Rechnungen auf dieser Seite gilt das normale Blatt mit 52 Karten.
Ist Texas Holdem online in Deutschland erlaubt?
Ja, aber nur mit Erlaubnis. § 3 Abs. 1a GlüStV 2021 definiert Online-Poker als jede Variante ohne Bankhalter, bei der verschiedene natürliche Personen im Internet an einem virtuellen Tisch gegeneinander spielen. § 22b legt die Bedingungen fest:
| Bedingung | Inhalt |
|---|---|
| Variante | muss vorher von der Behörde erlaubt sein |
| Tisch | zufällig zugewiesen, eine Auswahl durch den Spieler ist unzulässig |
| Mehrere Spiele | gleichzeitig grundsätzlich verboten, die Behörde kann bis zu vier Tische erlauben |
Vom Online-Poker zu unterscheiden ist Ultimate Texas Holdem. Nach Wizard of Odds ist es ein Casinospiel mit Pokerhänden, bei dem Sie gegen den Dealer spielen, Ante und Blind setzen und nur einmal erhöhen dürfen. Weil dort eine Bank im Spiel ist, fällt es nicht unter die Definition von Online-Poker. Die Strategie auf dieser Seite gilt dafür nicht.
Was kann Mathematik nicht klären?
Sie sagt nichts über das Verhalten Ihrer Gegner. Sie verhindert aber teure Calls mit zu geringer Chance. Auch sauberes Entscheiden garantiert keinen Gewinn, Hände und Sitzungen schwanken erheblich, siehe Spielerfehlschluss und Erwartungswert und Hausvorteil. Die Reihenfolge der Hände, auf der alle Draws aufbauen, steht unter Poker Kombinationen, den Lernpfad zeigt Poker lernen.




