- WSOP-Bracelets zwischen 1992 und 2023
- 10
- Live-Preisgeld, Stand Dezember 2023 (Wikipedia)
- über 45,5 Mio. $
- größter Einzelgewinn, Aussie Millions 2011
- 2.472.555 $
- Aufnahme in die Poker Hall of Fame
- 2010
Wie verlief Seidels Laufbahn?
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1959 | geboren am 6. November in New York City |
| vor 1988 | Backgammon-Profi, dann Händler an der American Stock Exchange, Poker im Mayfair Club |
| 1988 | Zweiter beim WSOP Main Event (167 Spieler, 10.000 $ Buy-in): 280.000 $ gegen Johnny Chans 700.000 $ |
| 1992 | erstes Bracelet |
| 2008 | WPT-Titel beim Foxwoods Poker Classic (992.890 $) |
| 2010 | Poker Hall of Fame |
| 2011 | Super High Roller der Aussie Millions (250.000 A$ Buy-in): 2.472.555 $ |
| 2015 | 100.000-Euro-Super-High-Roller der EPT (2.015.000 €, laut Hendon Mob 2.222.222 $) |
| 2016 | Dritter beim Super High Roller Bowl (300.000 $ Buy-in): 2,4 Mio. $ |
| 2023 | zehntes Bracelet, 50.000-Dollar-Super-High-Roller: 1.704.400 $ |
| 2026 | Zweiter bei Event 96 (3.000 $ Pot-Limit Omaha, sechs Spieler pro Tisch, 892 Teilnehmer): 271.371 $ |
Welche zehn Bracelets hat er gewonnen?
| Jahr | Turnier | Preisgeld (Dollar) |
|---|---|---|
| 1992 | 2.500 $ Limit Hold’em | 168.000 |
| 1993 | 2.500 $ Omaha Hi-Lo | 94.000 |
| 1994 | 5.000 $ Limit Hold’em | 210.000 |
| 1998 | 5.000 $ Deuce to Seven Draw | 132.700 |
| 2001 | 3.000 $ No Limit Hold’em | 411.300 |
| 2003 | 1.500 $ Pot Limit Omaha | 146.100 |
| 2005 | 2.000 $ No Limit Hold’em | 611.795 |
| 2007 | 5.000 $ No-Limit Deuce to Seven Draw mit Rebuys | 538.835 |
| 2021 | 10.000 $ Super Million$ High Roller (Online) | 977.842 |
| 2023 | 50.000 $ Super High Roller | 1.704.400 |
Seidel ist kein Spezialist: Wikipedia zählt Bracelets in fünf verschiedenen Spielen. Je zwei Bracelets in Limit Hold’em, Omaha, Deuce to Seven und No Limit Hold’em, dazu zwei High Roller. Die zehn Preise ergeben zusammen rund 4,99 Millionen Dollar (Beträge nach Wikipedia), etwa ein Zehntel seines Gesamtpreisgeldes. Preisgeld ist brutto, die Buy-ins sind nicht abgezogen. Wikipedia nannte im Dezember 2023 über 45,5 Millionen und Platz sieben der ewigen Rangliste.
Was war der Mayfair Club, und was hat „Rounders“ damit zu tun?
Der Mayfair Club war nach Wikipedia ein diskreter Kartenclub im Keller, in dem Bridge, Backgammon und später Poker gespielt wurde. Die Spieler teilten selbst aus. Er schloss im Jahr 2000, als Bürgermeister Rudy Giuliani gegen solche Läden vorging. Bis 2009 hatten frühere Mitglieder zusammen 22 WSOP-Bracelets und vier WPT-Titel gewonnen. Zu den Mitspielern zählten laut Wikipedia Stu Ungar, Jay Heimowitz, Mickey Appleman, Howard Lederer, Steve Zolotow, Paul Magriel und Dan Harrington.
Der Club war Vorbild für den „Chesterfield Club“ im Film „Rounders“ (1998). Dort taucht auch die letzte Hand von 1988 auf, Johnny Chan tritt als er selbst auf.
Wie kommt man in die Hall of Fame?
Laut Hall muss man gegen anerkannt starke Gegner um hohe Einsätze gespielt haben, konstant gut gespielt, den Respekt der Mitspieler gewonnen und die Zeit überdauert haben. Seit 2011 gilt außerdem eine Altersgrenze von 40 Jahren, die „Chip-Reese-Regel“. Nach Wikipedia sind bis 2026 64 Menschen aufgenommen worden, 33 von ihnen leben noch. Seidel kam 2010 hinein, das zehnte Bracelet folgte erst 2023.
Im Juli 2026 stand er bei Event 96 vor dem elften Bracelet und wurde Zweiter. Er blieb bei zehn, 38 Jahre nach dem Heads-up von 1988; nach Wikipedia liegen nur Phil Hellmuth und Phil Ivey vor ihm.
Wen hat Seidel unterrichtet?
Nach Wikipedia betreute Seidel ab 2016 die Journalistin Maria Konnikova. Sie gewann 2018 bei einer Turnierserie in der Karibik ein Turnier (84.600 $ plus Startplatz im Platinum Pass), 2020 erschien ihr Buch „The Biggest Bluff“, 2024 holte sie ihr erstes WSOP-Bracelet.
Wie sah der Finaltisch 1988 aus?
Im Main Event vom 16. Mai 1988 spielten 167 Teilnehmer mit je 10.000 Dollar Buy-in, die ersten 36 kamen ins Geld. Es war der zweite Weltmeistertitel in Folge für Johnny Chan. Die letzte Hand zwischen Chan und Seidel erscheint zehn Jahre später in „Rounders“.
| Platz | Spieler | Preisgeld |
|---|---|---|
| 1 | Johnny Chan | 700.000 $ |
| 2 | Erik Seidel | 280.000 $ |
| 3 | Ron Graham | 140.000 $ |
| 4 | Humberto Brenes | 77.000 $ |
| 5 | T. J. Cloutier | 63.000 $ |
| 6 | Jim Bechtel | 49.000 $ |
Bechtel gewann fünf Jahre später selbst das Main Event, 1993. Seidel hatte es mit 28 Jahren in seinem ersten großen Turnier bis ins Heads-up geschafft und bekam 280.000 $, 40 Prozent der Siegprämie von 700.000 $.
Wie viele Finaltische hat Seidel erreicht?
Das WSOP-Profil nennt 74 Finaltische bei Turnieren der Serie, 236 Platzierungen im Geld und 13 Siege, davon zehn Bracelets (Abruf am 2. Oktober 2026). Mit zehn Bracelets steht er auf Platz drei der ewigen Liste, bei den Finaltischen auf Platz acht.
Auch im Main Event stand er nicht nur 1988 am Finaltisch: 1999 wurde er Vierter, den Titel holte Noel Furlong. Sein 2023 gewonnenes 50.000-Dollar-Turnier war nach WSOP-Angaben sein einziger siebenstelliger Preis bei der Serie.
Welche Ergebnisse brachten ihn 2007 bis 2011 nach oben?
Zwischen 2007 und 2011 reihte sich bei Seidel ein hoher Platz an den nächsten, oft in Turnieren mit sehr hohen Buy-ins:
| Zeit | Ergebnis |
|---|---|
| Januar 2007 | Zweiter beim Aussie-Millions-Event mit 100.000 Dollar Buy-in, 550.000 A$ (gegen Erick Lindgren im Heads-up) |
| Januar 2008 | Zweiter beim Aussie-Millions-Main-Event, 1.000.000 A$ |
| März 2010 | Zweiter bei den National Heads-Up Championships, 250.000 $ nach 1:2 gegen Annie Duke |
| Januar 2011 | Sieg im Super High Roller der Aussie Millions, 2.472.555 $ |
| März 2011 | Sieg bei den National Heads-Up Championships (gegen Chris Moneymaker), 750.000 $ |
| Mai 2011 | Sieg beim 100.000-Dollar-Super-High-Roller der WPT World Championship, 1.092.780 $ |
Der Sieg bei den Heads-Up Championships im März 2011 brachte ihn laut Wikipedia an die Spitze der ewigen Turnier-Geldrangliste. 2011 kamen mit einem zweiten Platz beim Epic-Poker-League-Turnier (604.330 $) und weiteren Ergebnissen über 6,2 Millionen Dollar Jahresgewinn zusammen, mehr als die zehn Bracelet-Preise zusammen (rund 4,99 Millionen).
Wie kam ein Börsenhändler an den Pokertisch?
Seidel wurde am 6. November 1959 in New York City geboren und spielte zuerst professionell Backgammon. Dann wurde er Händler an der American Stock Exchange, schließlich wandte er sich dem Poker zu. 1988 war er 28 Jahre alt und verlor das Heads-up gegen Johnny Chan, der damit zum zweiten Mal in Folge Weltmeister wurde. Mehrere Profis nennen „Rounders“ nach Wikipedia als Grund, warum sie Poker begannen.
Die drei größten Einzelgewinne stammen alle aus Super-High-Roller-Events, nicht aus dem Main Event. Gemessen am Gesamtpreisgeld war die Bracelet-Ausbeute also eher das Aushängeschild als die Einnahmequelle.
Wie viel Glück und wie viel Können in einem Turnierergebnis steckt, erklärt Erwartungswert und Hausvorteil. Die Regeln der Varianten, in denen Seidel gewann, stehen unter Poker und Texas Hold’em. Ein Spieler seiner Generation ist Daniel Negreanu.




