- Fusaichi Pegasus, gemeldeter Preis 2000
- über 70 Mio. $
- The Green Monkey, Auktionsrekord 2006
- 16 Mio. $
- Seattle Dancer, Jährlingsrekord 1985
- 13,1 Mio. $
- Preisgeld des Green Monkey im Verhältnis zum Kaufpreis
- 0,07 %
Welches ist das teuerste Rennpferd der Welt, und was brachte es?
Hinter solchen Preisen steht keine Sportleistung, sondern eine Rechnung: Ein Hengst, der seine Gene weitergibt, kann über Jahre Deckgebühren einspielen. Vier Pferde haben die Rekorde gesetzt.
| Pferd | Jahr | Preis | Art des Verkaufs | Rennbilanz |
|---|---|---|---|---|
| Fusaichi Pegasus | 2000 | über 70 Mio. $ (35 Mio. £) | Deckhengst, gemeldeter Preis | 9 Starts, 6 Siege, 1.994.400 $ |
| Shareef Dancer | 1983 | 40 Mio. $ (24 Mio. £) | Hengst-Anwärter | 5 Starts, u. a. Irish Derby |
| The Green Monkey | 2006 | 16 Mio. $ | Zweijähriger, Auktion | kein Sieg, 10.440 $ |
| Seattle Dancer | 1985 | 13,1 Mio. $ | Jährling, Auktion | 5 Starts, 2 Siege, 111.303 £ |
Wer „teuerstes Rennpferd“ sucht, bekommt zwei Antworten, je nachdem, was gezählt wird. Der höchste gemeldete Verkaufspreis liegt bei Fusaichi Pegasus, der höchste bei einer öffentlichen Auktion bezahlte Preis bei The Green Monkey. Beides sind Rekorde, aber aus verschiedenen Listen.
Fusaichi Pegasus: Wie wurde ein Derby-Sieger zum 70-Millionen-Dollar-Hengst?
- 0112. April 1997
Geburt in Kentucky, Vater Mr. Prospector, Mutter Angel Fever.
- 02Juli 1998
Der Unternehmer Fusao Sekiguchi kauft ihn als Jährling in Keeneland für 4 Millionen Dollar.
- 032000
Siege bei den San Felipe Stakes, den Wood Memorial Stakes und im Kentucky Derby unter Trainer Neil Drysdale, Zeit 2:01,12 Minuten.
- 04Danach
Niederlage in den Preakness Stakes gegen Red Bullet, kein Start in den Belmont Stakes, Rang sechs im Breeders' Cup Classic.
- 05Noch 2000
Verkauf an das irische Gestüt Coolmore für gemeldete 70 Millionen Dollar.
- 0623. Mai 2023
Tod mit 26 Jahren auf Ashford Stud in Kentucky.
Nach Wikipedia war der Kaufpreis von 1998 der höchste, der je für einen späteren Derby-Sieger gezahlt wurde. Der Name setzt sich aus dem Vornamen des Besitzers, dem japanischen „ichi“ für „eins“ und dem geflügelten Pferd der griechischen Mythologie zusammen. Eine Statue steht im Northern Horse Park auf Hokkaido.
Wikipedia schreibt von einem „reported price“, also einem gemeldeten Preis, nicht von einem Auktionsergebnis. Die knapp 2 Millionen Dollar Preisgeld entsprechen rund 3 Prozent dieser Summe (1.994.400 : 70.000.000).
Shareef Dancer und Seattle Dancer: Was war vor ihm Rekord?
Bis Fusaichi Pegasus galten 40 Millionen Dollar als Höchstpreis für einen Deckhengst-Anwärter. Sie wurden 1983 für Shareef Dancer gezahlt, den Sohn von Northern Dancer. Maktoum bin Rashid Al Maktoum hatte ihn 1981 als Jährling in Keeneland für 3,3 Millionen Dollar gekauft, der Preis stieg also in zwei Jahren auf das Zwölffache. Seine letzte Deckgebühr lag 1999 bei 3.500 Pfund.
- Shareef Dancer 1981 bis 1983
- 3,3 → 40 Mio. $
- Preissteigerung in zwei Jahren
- 12-fach
- Seattle Dancer 1985
- 13,1 Mio. $
- heutige Kaufkraft laut Wikipedia
- ≈ 39 Mio. $
Seattle Dancer, ein Sohn von Nijinsky und Halbbruder des Triple-Crown-Siegers Seattle Slew, brachte im Juli 1985 in Keeneland 13,1 Millionen Dollar. Das ist laut Wikipedia der Weltrekord für einen Jährling bei öffentlichen Auktionen, nach heutiger Kaufkraft etwa 39 Millionen Dollar. Er stand bei Vincent O’Brien in Irland und gewann 1987 die Gallinule Stakes und das Derrinstown Stud Derby Trial.
The Green Monkey: Was bringt ein 16-Millionen-Dollar-Pferd ohne Sieg?
Im Januar 2006 wurde der zweijährige Hengst bei Fasig-Tipton in Florida versteigert. Er stammte von Northern Dancer und Secretariat ab. Zu den Käufern zählten Sue Magnier und Michael Tabor, sie benannten ihn nach einem Golfplatz auf Barbados.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Januar 2006 | Auktion bei Fasig-Tipton: 16 Millionen Dollar |
| 15. September 2007 | Debüt in Belmont Park, Rang drei |
| zweites Rennen | Rang vier |
| Februar 2008 | Rückzug aus dem Rennsport, kein Sieg |
Sein Preisgeld von 10.440 Dollar entspricht 0,07 Prozent des Kaufpreises (10.440 : 16.000.000).
Was kostet ein Vollblut-Jährling normalerweise?
Die Rekorde sind Ausnahmen. Wie ein normaler Markt aussieht, zeigt die Keeneland September Yearling Sale, laut Veranstalter das weltweit umsatzstärkste Vollblut-Auktionsereignis. Die Ausgabe 2025 (8. bis 20. September) verkaufte 3.070 Pferde für zusammen 531,5 Millionen Dollar.
- verkaufte Pferde 2025
- 3.070
- Durchschnitt
- 175.807 $
- Median
- 80.000 $
- Jährlinge ab 1 Mio. $
- 56
- Spitze, Sohn von Gun Runner
- 3,3 Mio. $
Der Unterschied zwischen Durchschnitt und Median zeigt, wie ungleich verteilt die Preise sind: Die Hälfte der Pferde brachte weniger als 80.000 Dollar. Ein Zweijähriger zu 16 Millionen wie The Green Monkey entspräche dem rund 91-Fachen des Durchschnittspreises von 2025 (16.000.000 : 175.807). Zum Vergleich nennt Wikipedia für das Jahr 2007 über alle Keeneland-Auktionen einen Durchschnitt von rund 89.000 Dollar.
Muss ein teures Pferd ein gutes Rennpferd sein?
Nein, und das Gegenbeispiel kennt die Rennsportwelt gut. American Pharoah, der 2015 die Triple Crown gewann, wurde 2013 als Jährling bei der Fasig-Tipton-Auktion in Saratoga für den Mindestpreis von 300.000 Dollar zugeschlagen. Sein Besitzer hatte ihn faktisch zurückgekauft, weil er das Pferd nicht unter einer Million abgeben wollte und ein kleiner Knoten am Bein die Bieter abgeschreckt haben könnte.
| Pferd | Preis | Preisgeld auf der Rennbahn |
|---|---|---|
| American Pharoah | 300.000 $ (Jährling, 2013, Mindestpreis) | 8.650.300 $ in der Karriere |
| The Green Monkey | 16 Mio. $ (Zweijähriger, 2006) | 10.440 $ |
Der Preis ist also eine Erwartung, die sich irren kann. American Pharoah gewann 2015 Preisgeld von 8.288.800 Dollar, damals ein Rekord für ein einzelnes Jahr. The Green Monkey gewann 10.440 Dollar. Wikipedia weist zudem darauf hin, dass selbst ein erfolgreiches Vollblut am Ende für wenige hundert Dollar nach Gewicht verkauft werden kann.
Wie verdient ein Hengst nach der Karriere sein Geld?
Über die Decktaxe, die ein Gestüt für den Besuch einer Stute verlangt. Frankel, der in 14 Rennen ungeschlagen blieb, hatte nach Wikipedia 2013 eine Decktaxe von 125.000 Pfund, 2020 waren es 175.000 Pfund. In seiner ersten Saison deckte er 133 Stuten. Multipliziert ergibt das 16,6 Millionen Pfund (133 × 125.000), was tatsächlich gezahlt wurde, steht in der Quelle nicht.
| Hengst | Decktaxe | Quelle |
|---|---|---|
| Frankel | 125.000 £ (2013), 175.000 £ (2020) | Wikipedia, Artikel Frankel |
| Shareef Dancer | 3.500 £ (1999, letzte) | Wikipedia, Artikel Shareef Dancer |
| Northern Dancer | 1 Mio. $ (1980er-Jahre, Rekord) | Wikipedia, Artikel Thoroughbred |
Der Rekord bei der Decktaxe stammt aus den 1980er-Jahren: Northern Dancer erreichte eine Million Dollar je Stute. An dieser Rechnung hängen auch jüngere Meldungen: Die Zuchtrechte an Justify, dem 13. Triple-Crown-Sieger der USA, sollen im Mai 2018 für 60 Millionen Dollar an Coolmore gegangen sein, mit einem Bonus von 25 Millionen bei einem Sieg in der Triple Crown. So berichteten ESPN und die New York Times, die Besitzer antworteten, es sei nichts abgeschlossen. Das ist ein Medienbericht, kein Verkaufsbeleg, und er liegt unter den gemeldeten 70 Millionen von Fusaichi Pegasus.
Ist das teuerste Rennpferd auch das teuerste Pferd überhaupt?
Nicht unbedingt, aber für andere Disziplinen gibt es eigene Rekorde. Für das Dressurpferd Totilas meldeten Medien nach dem Verkauf im Oktober 2010 einen Preis im Bereich von 10 bis 15 Millionen Euro. Bis dahin lag die Rekordsumme für ein Dressurpferd bei 2,5 Millionen Euro. Die Zahlen blieben Schätzungen, bestätigt hat der Käufer Paul Schockemöhle nur den Kauf.
Was sagen die Preise aus?
Drei Muster fallen auf:
- Erstens dominiert eine Linie: Neun Nachkommen von Northern Dancer bilden zusammen mit Seattle Dancer die komplette Liste der zehn teuersten bei Auktionen verkauften Hengstfohlen (Stand 2014, laut Wikipedia).
- Zweitens misst der Preis Erwartung, nicht Leistung: Die beiden Auktionsrekordhalter gewannen zusammen zwei Rennen.
- Drittens schwanken die Quellen. Der Preis von Fusaichi Pegasus ist ein gemeldeter, kein öffentlich abgerechneter Wert. Verkäufe nach 2014 sind in der Liste der Hengstfohlen nicht geprüft, das Auktionsergebnis von 2025 bleibt mit 3,3 Millionen Dollar aber weit unter den Rekorden.
Nennen Sie bei jeder Zahl den Verkaufstyp mit, denn Auktionsrekord und gemeldeter Verkaufspreis sind zwei verschiedene Listen.




