- Konzessionen vom 18.09.2024
- 4
- eigenes Glücksspielgesetz, beschlossen am 14.09.
- 2011
- Beitritt zum Staatsvertrag im Januar
- 2013
- Spielbanken: Kiel, Lübeck, Flensburg, Schenefeld
- 4
Wie kam es zum Sonderweg?
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 14.09.2011 | Landtag beschließt das „Gesetz zur Neuordnung des Glücksspiels“: Lizenzen für private Sportwetten und Online-Casinos, je fünf Jahre |
| 2012 | Nach der Wahl vergibt die neue Koalition aus SPD, Grünen und SSW zunächst noch einige Lizenzen |
| Januar 2013 | Beitritt zum Ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrag, der Sonderweg endet |
| 12.06.2014 | Der Europäische Gerichtshof bestätigt den Sonderweg im Nachhinein |
| 18.09.2024 | Vier Konzessionen nach § 22c GlüStV 2021 |
| 05.11.2024 | Bei einem Unternehmen kommen weitere Internetseiten hinzu |
Als die übrigen 15 Länder den Ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrag verabschiedeten, blieb Schleswig-Holstein draußen. Das Gesetz von 2011 beließ das Lotto beim Staat, lockerte aber Vertrieb und Werbung und erlaubte privaten Anbietern von Sportwetten und Online-Casinos, vom Land Lizenzen zu erwerben. Die damalige CDU-geführte Regierung erwartete laut Wikipedia jährliche Mehreinnahmen von 40 bis 60 Millionen Euro. Die Lizenzen aus der Zeit des Sonderwegs beruhten auf einem Gesetz, das das Land 2013 aufgab. Für heutige Angebote entscheidet die Whitelist, nicht der Hinweis auf eine frühere Lizenz.
Wer hat die Konzessionen von 2024?
Die Pressemitteilung vom 18. September 2024 nennt BluBet Operations Limited, Cashpoint (Malta) Limited, Skill On Net Limited und Tipico Karlsruhe Limited. Die GGL-Whitelist führt mit demselben Erlaubnisdatum Merkur Bets Malta Limited, NOVOLINE.DE GmbH (vormals BluBet Operations Limited), Skill On Net Limited und Tipico Karlsruhe Limited. Maßgeblich ist die Whitelist. Die Aufsicht liegt bei der Landesbehörde, nicht bei der GGL.
Bieten die vier Konzessionäre schon Online-Casinospiele an?
Das ist eine andere Frage als die nach der Erlaubnis, und die Antwort fällt nüchtern aus. Der GGL-Tätigkeitsbericht 2025, Stand 31. Juli 2026, schreibt: Im Beobachtungszeitraum veranstaltet nur der Freistaat Bayern erlaubte Online-Casinospiele, die seit Frühjahr 2024 von der Staatlichen Lotterie- und Spielbankverwaltung angeboten werden. Die vier Veranstalter mit Erlaubnis aus Schleswig-Holstein haben den Vertrieb danach „noch nicht aufgenommen“.
| Kennzahl 2025 (GGL-Tätigkeitsbericht) | Wert |
|---|---|
| Erlaubnisinhaber für Online-Casinospiele | fünf, davon einer aktiv |
| Bruttospielertrag Online-Casinospiele | 2 Mio. Euro, 0,01 % des erlaubten Marktes |
| Zahlen je Anbieter | wegen Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen nicht veröffentlicht |
Ob sich das nach dem Stichtag geändert hat, kann die Whitelist nicht zeigen. Sie führt Erlaubnisse, nicht den Betriebsstatus. Wer in Schleswig-Holstein Roulette oder Blackjack online sucht, sollte deshalb nicht vom Eintrag auf ein laufendes Angebot schließen und bei jedem Anbieter prüfen, ob er die Domain aus der Whitelist verwendet.
Warum gibt es das Angebot nicht in ganz Deutschland?
Weil Online-Casinospiele nach § 22c Ländersache sind. Jedes Land entscheidet selbst, ob es ein Monopol einrichtet, Konzessionen vergibt oder nichts tut. Das Angebot bleibt auf das eigene Land beschränkt, außer die Länder schließen ein Verwaltungsabkommen. So kommt es, dass ein Anbieter mit einer Erlaubnis aus Kiel Spielenden in Hamburg oder Niedersachsen nichts anbieten darf.
Slots und Online-Poker sind davon unberührt, weil dafür die GGL bundesweit zuständig ist. Einen Überblick, welche Länder wie entschieden haben, gibt die Seite Online Casino Deutschland legal.
Wo gilt die Konzession?
Nach § 22c Abs. 1 nur in Schleswig-Holstein; die Whitelist weist ein Vertriebsgebiet aus. Wer in Hamburg oder Niedersachsen spielt, kann sich darauf nicht berufen. Nach § 3 Abs. 4 wird ein Glücksspiel dort veranstaltet, wo die Möglichkeit zur Teilnahme eröffnet wird: Es zählt der Ort des Spielens, nicht der Firmensitz.
Zur Abgrenzung: Wer Roulette am Bildschirm mit echtem Croupier spielt, nutzt ein Online-Casinospiel, der Videoslot mit fünf Walzen ist ein virtuelles Automatenspiel (§ 3 Abs. 1a). Für das eine gilt die Landeskonzession, für das andere die GGL-Erlaubnis. Zwei Missverständnisse halten sich hartnäckig:
| Behauptung | Stimmt das? |
|---|---|
| „Schleswig-Holstein-Lizenz für Slots“ | Nein. Slots und Online-Poker regelt die GGL bundesweit, unabhängig von einer Landeskonzession. |
| „Die alte Lizenz gilt weiter“ | Nein. Sie beruhte auf dem Gesetz von 2011, das 2013 aufgegeben wurde. |
| „Das Land darf überall anbieten“ | Nein. Außerhalb Schleswig-Holsteins gibt es Roulette und Blackjack online nur in Bayern. |
Warum hat Schleswig-Holstein genau vier Konzessionen vergeben?
Weil das Landesgesetz es so vorgibt. Nach § 17 des Ausführungsgesetzes zum Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021 AG SH) vom 2. Februar 2022 gibt es für Online-Casinospiele zwei Wege: eine Konzession an eine Landesgesellschaft oder an „bis zu vier Bewerber“ in einem transparenten, diskriminierungsfreien Verfahren aufgrund einer Ausschreibung des Innenministeriums. Das Land wählte den zweiten Weg und schöpfte ihn aus.
Die Konzessionen sind auf höchstens 15 Jahre befristet und gebührenpflichtig. Unter mehreren geeigneten Bewerbern entscheidet, wessen Bewerbung die höchste Gewähr für die Ziele des Glücksspielstaatsvertrags bietet; unter gleichwertigen kann das Los entscheiden. Die Pressemitteilung vom 18. September 2024 nennt es einen Schritt gegen das illegale Angebot: Spielende, die die aus Spielbanken bekannten Spiele auch online spielen wollen, sollen nicht zu illegalen Anbietern abwandern. Erstmals in Deutschland erhielten damit private Anbieter diese Erlaubnis.
Was muss ein Konzessionär in Schleswig-Holstein erfüllen?
Das Landesgesetz stellt hohe Anforderungen, bevor eine Konzession erteilt wird. Es verlangt unter anderem persönliche Zuverlässigkeit, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Sicherheitsleistungen und eine nachvollziehbare, umfassend prüfbare Durchführung des Spielbetriebs.
| Anforderung | Inhalt nach § 17 AG SH |
|---|---|
| Zuverlässigkeit | keine rechtskräftige Verurteilung in den letzten drei Jahren unter anderem wegen Verbrechen, Geldwäsche, Betrug, unerlaubter Veranstaltung von Glücksspiel oder Beteiligung daran |
| Leistungsfähigkeit | genügend Eigenmittel, vorbereitete Sicherheitsleistungen, abgeschlossene Versicherungen zum Schutz der Spielenden |
| Live-Studio | Spielstätte für Live-Übertragungen ausschließlich auf dem Gebiet Deutschlands, Personal muss Deutsch können |
| Boni und Rabatte | gesondert zu beantragen, nur mit Erlaubnis des Innenministeriums |
| Auflagen | Nebenbestimmungen möglich, etwa strengere Einsatzgrenzen und eine Mindestspieldauer als Ausgleich für die höhere Verfügbarkeit gegenüber Spielbanken |
Die Konzession lässt sich widerrufen, wenn Zuverlässigkeit, Sachkunde oder Leistungsfähigkeit entfallen (§ 18). Eine Betriebspflicht haben die Konzessionäre nicht; das Ministerium darf aber zur Sicherstellung eines angemessenen Angebots die Konzession widerrufen und neue Konzessionen nach § 17 Abs. 1 erteilen.
Gilt die Erlaubnis nach Wohnsitz oder nach Aufenthalt?
Maßgeblich ist das Vertriebsgebiet der Erlaubnis, nicht der Eintrag im Personalausweis. Nach § 3 Abs. 4 GlüStV 2021 wird ein Glücksspiel „dort veranstaltet, wo dem Spieler die Möglichkeit zur Teilnahme eröffnet wird“. Daraus folgt nach unserer Lesung, dass es auf den Ort ankommt, an dem Sie sich beim Spielen befinden. Die Meldeadresse allein entscheidet das nicht.
Wie die Anbieter den Aufenthaltsort prüfen, regeln die Nebenbestimmungen der einzelnen Erlaubnisse. Sie sind nicht öffentlich, und wir geben dazu keine Auskunft, die wir nicht belegen können.
Wer erteilt die Konzession, und wer beaufsichtigt sie?
Zuständig für die Erteilung ist das Innenministerium des Landes (§ 17 Abs. 2 AG SH). Das Ministerium kann außerdem Einzelheiten zum Konzessionsverfahren, zum Spielbetrieb und zur Überwachung per Rechtsverordnung regeln. Änderungen, die für die Erteilung wichtig waren, etwa bei den Gesellschaftern oder der Geschäftsführung, müssen die Konzessionäre der Aufsicht unverzüglich schriftlich melden. Bei Beteiligungen gilt das ab 5 Prozent des Kapitals oder der Stimmrechte.
Die GGL ist für diese Konzessionen nicht zuständig. Das Online-Casinospiel nach § 22c bleibt nach ihrer eigenen Darstellung bei den Ländern. Die Whitelist führt die Einträge trotzdem, mit dem Hinweis auf die Zuständigkeit der Landesbehörde.
Welche Regeln gelten für Online-Casinospiele?
| Regel | Online-Casinospiele | Slots |
|---|---|---|
| 1 Euro je Spiel, 5 Sekunden (§ 22a) | nein | ja |
| Einzahlungslimit 1.000 Euro im Monat (§ 6c) | ja | ja |
| OASIS-Abgleich | ja | ja |
| Panikknopf (§ 6i Abs. 3) | ja | ja |
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 verbietet Online-Casinospiele im Grundsatz und öffnet über § 22c die Tür für Länder; Schleswig-Holstein wählte das Konzessionsmodell. Online-Casinospiele sind nach § 3 Abs. 1a virtuelle Nachbildungen von Bankhalterspielen und Live-Übertragungen eines terrestrisch durchgeführten Bankhalterspiels. Das „Casino“-Verbot in § 22a Abs. 11 betrifft nur Slots, nicht Roulette und Blackjack. Wie Sperre und Limit funktionieren, steht unter OASIS-Sperre, LUGAS und Spielerschutz, den Gesamtrahmen unter Online Casino Deutschland legal.
Ab welchem Alter und mit welchem Konto dürfen Sie in Schleswig-Holstein spielen?
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt: Minderjährige sind vom Glücksspiel ausgeschlossen (§ 4 Abs. 3 GlüStV 2021), und die Startseite jedes Anbieters muss darauf hinweisen (§ 6e Abs. 3). Online spielen dürfen Sie nur mit einem Spielkonto, das auf Ihre geprüfte Identität lautet. Für Slots gilt zusätzlich die Altersgrenze 21 für Einsätze über 1 Euro, die die GGL seit 1. Juli 2026 freiwillig zulässt.
Für das Online-Casinospiel in Schleswig-Holstein gelten, soweit § 22a nicht greift, dieselben Schutzregeln wie sonst: Einzahlungslimit, OASIS-Abgleich und Panikknopf. Die Spielbanken des Landes verlangen vor Ort 18 Jahre und einen amtlichen Ausweis; Einzelheiten stehen im Spielbanken-Guide.
So prüfen Sie ein Angebot
- 01Whitelist öffnen
Nach Spielart „Online-Casinospiele“ filtern.
- 02Zeile lesen
Vertriebsgebiet (hier Schleswig-Holstein), zugelassene Internetseiten, Erlaubnisdatum.
- 03Domain vergleichen
Nur Domains, die in der Zeile stehen, sind gemeint.
Im Gesamtmarkt sind Online-Casinospiele klein: Der GGL-Tätigkeitsbericht 2024 erfasst sie erstmals mit 0,7 Millionen Euro Bruttospielertrag bei 14,4 Milliarden Euro im erlaubten Markt, so zitiert von der baden-württembergischen Landesregierung. Deren Befund vom Dezember 2025: Ein legales Online-Casinospiel-Angebot gibt es nur in Bayern und Schleswig-Holstein. Laut Whitelist vom 1. Oktober 2026 hat sich daran nichts geändert.
Wo spielen Sie in Schleswig-Holstein vor Ort und am Pokertisch?
Das Land hat vier Spielbanken, staatlich konzessioniert; alle Details im Spielbanken-Guide.
| Haus | Eintritt | Poker |
|---|---|---|
| Kiel | 5 € | freitags |
| Lübeck | 2 € (Monatskarte 10 €, Jahreskarte 50 €) | dienstags |
| Flensburg | 2 € | montags |
| Schenefeld | 2 € (Monatskarte 15 €, Jahreskarte 60 €) | – |
Die Pokertermine nennt das Casino SH; sie ändern sich, maßgeblich sind die Angaben der Häuser. Online-Poker erlaubt die GGL bundesweit, dafür brauchen Sie keine Landeskonzession. Das Casino SH schreibt zudem, es biete kein Online-Glücksspiel an; Werbung dazu in sozialen Netzwerken sei falsch.




