- übliche Dauer der Ausbildung
- 2–8 Monate
- Ausbildungsvergütung
- 0 €
- Tronc eines Berliner Croupiers 2004
- 18.219,43 €
- Tischchef pro Monat (ausbildung.de)
- 3.000–4.000 €
- Inspektor pro Monat (ausbildung.de)
- 5.000 €+
Was tut ein Croupier?
Nach BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit (Stand 3. August 2026) leiten Croupiers Spiele wie Roulette, Black Jack, Poker oder Baccara. Sie richten den Tisch her, nehmen Einsätze an, zahlen Gewinne aus, erklären Regeln und überwachen den Tisch. Gefragt sind Beobachtungsgenauigkeit, psychische Belastbarkeit, Sorgfalt, Geschicklichkeit und Verschwiegenheit über Gewinne und Verluste der Gäste.
Wikipedia hält fest, dass das Ansehen des Berufs seit Mitte des 20. Jahrhunderts gesunken ist: Aus einer exklusiven Laufbahn wurde ein gewöhnlicher Dienstleistungsberuf. Gearbeitet wird überwiegend nachts und am Wochenende, mit formellem Dresscode. Am Roulettetisch nennt ausbildung.de die Rollen Wurfcroupier, Kopfcroupier, Tischcroupier und Saladier.
Wer arbeitet wie am Roulettetisch?
An einem voll besetzten französischen Roulettetisch arbeiten nach Wikipedia vier Croupiers:
| Rolle | Aufgabe |
|---|---|
| Wurfcroupier | nimmt die Einsätze entgegen, wirft die Kugel und sagt das „Nichts geht mehr“ an |
| Saladier | sitzt dem Wurfcroupier gegenüber, sammelt die Jetons, die die Bank gewonnen hat, und wechselt Jetons der Gäste |
| Kopfcroupier | achtet darauf, dass nach der Absage keine Einsätze mehr am Tischende liegen |
| Tischcroupier | sitzt erhöht über dem Kessel und kontrolliert die Arbeit der anderen und das Verhalten der Spieler |
Am amerikanischen Roulettetisch, an dem die Gäste stehen, genügen zwei: ein Kesselcroupier und ein Chefcroupier. Die Gäste setzen dort mit farbig gekennzeichneten Jetons, die moderne Spielbanken meist maschinell sortieren. Das Annehmen von Einsätzen und das Sortieren entfällt, entsprechend sind die Anforderungen nicht so umfassend wie am französischen Tisch, obwohl das Spiel schneller läuft.
Wie läuft die Croupier-Ausbildung ab?
| Punkt | Angabe | Quelle |
|---|---|---|
| Rechtsform | kein staatlich anerkannter Beruf, schulische Ausbildung nach internen Vorschriften | BERUFENET |
| Dauer | 1 bis 8 Monate, typisch 2 bis 8 | ausbildung.de |
| Dauer | in der Regel vier bis acht Monate | Wikipedia |
| Voraussetzungen | Führungszeugnis, Mindestalter (zum Beispiel 18), Fremdsprachen, gutes Rechnen | BERUFENET |
| Zusätzlich | manche Schulen verlangen 21 Jahre und Schuldenfreiheit | ausbildung.de |
| Inhalte | Regeln aller Spiele, Jetons stapeln, Umgang mit dem Rateau, Seminare über Spielsucht, Zwischen- und Abschlussprüfung | ausbildung.de |
| Kosten | nicht vergütet; Unterkunft, Verpflegung, Fachliteratur, Lehrgangs- und Prüfungsgebühren möglich; bei Anstellung durch die ausbildende Spielbank in der Regel keine Lehrgangs- und Prüfungsgebühren | BERUFENET |
Der Lehrgang findet laut BERUFENET an der Bildungseinrichtung statt, im Praktikum auch in einer Spielbank oder einem Spielcasino. Die Schulen vergeben meist ein Zertifikat, das nach ausbildung.de in deutschen und teils auch in internationalen Spielbanken angesehen ist.
Wer wird überhaupt genommen?
Die Hürden liegen vor und in der Ausbildung. Spielbanken verlangen nach Wikipedia ein makelloses Führungszeugnis, den Nachweis der Schuldenfreiheit und oft einen tadellosen Leumund, weil sie mit viel Geld arbeiten. Als Anforderungen nennt der Artikel außerdem Kopfrechnen, ein gutes Zahlengedächtnis und Fingerfertigkeit im Umgang mit Karten und Jetons.
Die Zahlen zur Auslese sind deutlich, aber ohne Jahresangabe: Zwei Drittel der Lerncroupiers brechen die Ausbildung ab, von den übrigen besteht nur die Hälfte die Abschlussprüfung. Spielbanken und Schulen nehmen deshalb im Regelfall Einsteiger mit abgeschlossener Berufsausbildung, der Nachwuchs kommt traditionell aus dem Bankfach und aus Serviceberufen. Nach der Prüfung werden Jungcroupiers auf Probe angestellt oder arbeiten als freie Mitarbeiter.
Was ist Tronc, und warum landet das Trinkgeld nicht beim Croupier?
- 01Gast gibt
Jetons kommen in dafür vorgesehene Behälter. Im Berliner Fall verbot § 11 SpBG den Beschäftigten, Trinkgeld direkt anzunehmen.
- 02Arbeitgeber sammelt
Die Summe geht an den Arbeitgeber, der sie laut Gesetz zur Deckung der Personalkosten verwenden muss.
- 03Punktesystem verteilt
Ein Tarifvertrag legte fest, wie der Tronc nach Punkten an die Beschäftigten ausgeschüttet wird.
- 04Finanzamt rechnet
Der Betrag ist steuerpflichtiger Arbeitslohn nach § 19 EStG.
Der Bundesfinanzhof entschied am 18. Dezember 2008 (VI R 49/06), dass diese Zahlungen keine steuerfreien Trinkgelder nach § 3 Nr. 51 EStG sind. Steuerfrei sei ein Trinkgeld nur, wenn zwischen Geber und Empfänger ein Mindestmaß persönlicher Beziehung besteht. Hier fehle sie, weil der Beschäftigte keinen eigenen Anspruch auf den Tronc habe. Die 18.219,43 Euro des Croupiers aus dem Jahr 2004 waren deshalb Arbeitslohn.
| Urteil | Inhalt |
|---|---|
| Bundesfinanzhof, 18.12.2008, VI R 49/06 | Spielbank-Tronc ist steuerpflichtiger Arbeitslohn, kein steuerfreies Trinkgeld |
| Einzelfall | 18.219,43 € Tronc eines Berliner Croupiers im Jahr 2004 |
Wikipedia beschreibt es entsprechend: Croupiers erhalten ihr Einkommen aus den Troncgeldern bei einem Grundgehalt, das je nach Haus und Position schwankt.
Wie viel verdient ein Croupier?
Ein repräsentatives Croupier-Gehalt gibt es nicht, weil Tronc und Tarif je nach Haus verschieden sind. Der Berliner Fall von 2004 ist ein Einzelbeispiel. Wikipedia beschreibt, dass Croupiers nach einem eigenen Tarifsystem bezahlt werden und dass es ein Mindestgehalt gibt, das je nach Spielbank und Position variiert. Da der Tronc täglich wechselt, schwankt der Monatsverdienst.
Als Untergrenze gilt der gesetzliche Mindestlohn. Eine ältere Angabe auf ausbildung.de („seit Januar 2015 1.470 Euro brutto“) ist überholt: Seit dem 1. Januar 2026 beträgt er 13,90 Euro brutto je Stunde, ab 1. Januar 2027 14,60 Euro. Bei 40 Wochenstunden entspricht das rund 2.409 Euro (13,90 × 40 × 52 : 12) im Monat, ab 2027 rund 2.531 Euro. Ob und wie der Tronc auf einen Tarif angerechnet wird, regelt der jeweilige Betrieb, belegt ist das hier nicht.
- gesetzlicher Mindestlohn je Stunde seit 1.1.2026
- 13,90 €
- ab 1.1.2027
- 14,60 €
- brutto im Monat bei 40 Wochenstunden (gerechnet)
- ≈ 2.409 €
- Lerncroupiers brechen laut Wikipedia ab (ohne Jahresangabe)
- 2 von 3
Welche Aufstiegsstufen und Gehälter sind belegt?
| Stufe | Aufgabe | Monatsgehalt laut ausbildung.de |
|---|---|---|
| Croupier | Tischspiele leiten | kein Betrag genannt |
| Tischchef | beaufsichtigt das Spiel | 3.000 bis 4.000 € |
| Pit Boss | verantwortet Dienstpläne und Tischchefs | kein Betrag genannt |
| Inspektor | überwacht den gesamten Spielbetrieb | 5.000 € und mehr |
Als weiteren Weg nennt ausbildung.de die Selbstständigkeit, etwa bei privaten Pokerturnieren oder Events, typischerweise auf 450-Euro-Basis. Was dort verdient wird, belegt die Seite nicht. Wikipedia widerspricht dem Bild: Selbstständige Croupiers seien nicht bekannt.
Welche Jobs gibt es sonst in der Spielbank?
Nach BERUFENET sind Croupiers in Spielbanken und Spielklubs beschäftigt. Wikipedia beschreibt, dass sich früher Interessierte vom Pagen im Spielsaal, Türsteher, Hilfskraft an der Rezeption oder in der Verwaltung zum Croupier hocharbeiteten. Heute lernen viele Croupiers zusätzlich die Betreuung an den Spielautomaten: Weil der Anteil des Großen Spiels sinkt und der der Automaten steigt, verlangen Spielbankgesellschaften immer mehr automatenbezogene Kenntnisse. Dazu kommt Technik: Jetonsortiermaschinen, Kartenmischmaschinen, elektronische Spielaufzeichnung und Kameras in fast allen Spielsälen.
Wer in der Spielbank arbeitet, hat auch Pflichten zum Schutz der Gäste. § 6 des Glücksspielstaatsvertrags 2021 verlangt von Veranstaltern:
- Sozialkonzepte,
- regelmäßige Schulungen des Aufsichtspersonals in den Spielstätten,
- die Benennung von Beauftragten für das Sozialkonzept,
- als Mindestinhalt der Schulungen Rechtsgrundlagen zum Jugend- und Spielerschutz, Kenntnisse zur Glücksspielsucht samt Hilfsangeboten und die Früherkennung auffälligen Spielverhaltens.
Wo gibt es Spielbanken, und wie steht es um Online-Jobs?
Wie viele Spielbanken es gibt, bestimmen die Länder: § 20 des Glücksspielstaatsvertrags verlangt, ihre Anzahl zu begrenzen. Welche Standorte es in welchem Bundesland gibt, steht auf der Seite Spielbanken. Konkrete Stellenangebote nennen wir hier nicht.
Für die Online-Branche beschreibt BERUFENET keinen eigenen Croupier-Weg, der Beruf ist dort an Spielbanken und Spielklubs gebunden. Anbieter von Online-Glücksspiel unterliegen derselben Pflicht zu einem Sozialkonzept samt Beauftragten, welche Berufe es dort gibt, belegen die eingesehenen Quellen nicht.
Der Film „Croupier“ mit Clive Owen erzählt diese Perspektive, er steht im Überblick der Glücksspielfilme. Der Gästeschutz, den auch die Ausbildung behandelt, steht unter Verantwortungsvolles Spielen.




