- bestes Blatt (Natural)
- 9
- Bank gewinnt
- 45,86 %
- Spieler gewinnt
- 44,62 %
- Unentschieden
- 9,52 %
- Hausvorteil Bank-Wette
- 1,06 %

Was ist Baccarat, und wie schwer ist es?
Baccarat, auch Punto Banco genannt, zählt zu den ältesten und beliebtesten Spielen in Spielbanken weltweit. In Macau ist es nach Wizard of Odds völlig dominant. Die deutschen Schreibweisen Baccara, Baccarat und Bakkarat meinen dasselbe Kartenspiel. Auch wenn das Spiel feierlich wirkt, ist es nach Wizard of Odds so einfach wie das Werfen einer Münze: Sie entscheiden nur, auf welche Hand Sie setzen.
Alles andere erledigt eine feste Tabelle. Sie müssen keine Karten ziehen oder halten, Sie müssen nicht bluffen und Sie müssen keine Kombinationen kennen. Die Schwierigkeit liegt nicht im Regelwerk, sondern in der Erwartung: Wer glaubt, Muster zu erkennen, spielt gegen den Zufall.
Baccarat Regeln: Was zählt welche Karte?
Die Werte und Wahrscheinlichkeiten auf dieser Seite gelten für acht Decks, so rechnet auch Wizard of Odds.
| Karte | Punkte |
|---|---|
| Ass | 1 |
| 2 bis 9 | Augenwert |
| 10, Bube, Dame, König | 0 |
Von der Summe zählt nur die letzte Ziffer: 7 und 8 ergeben 15, also 5. „Punto“ (Spieler) und „Banco“ (Bank) sind keine Personen, sondern Wettfelder. Hat eine Hand nach zwei Karten 8 oder 9, ein „Natural“, ist die Runde sofort entschieden.
Wie läuft eine Runde Punto Banco ab?
- 01Wette setzen
auf Bank, Spieler oder Tie. Das ist Ihre einzige Entscheidung.
- 02Zwei Karten je Hand
Spieler und Bank erhalten je zwei Karten.
- 03Natural prüfen
Hat eine Hand 8 oder 9, ist die Runde vorbei, niemand zieht.
- 04Drittkarte nach Tabelle
Der Croupier wendet die feste Drittkartenregel an, Sie müssen nichts tun.
- 05Auswerten
Die Hand näher an 9 gewinnt. Bei Gleichstand bekommen Bank- und Spieler-Wetten den Einsatz zurück.
Beispiel: 10 € auf die Bank. Spieler 4 und König (4), Bank 7 und 2 (9, Natural). Die Bank gewinnt, abzüglich 5 % Kommission zahlt sie 9,50 € Gewinn.
Welche Begriffe gehören zum Baccarat?
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Natural | 8 oder 9 Punkte mit den ersten zwei Karten, beide Hände ziehen nicht mehr |
| Punto | die Wette auf die Hand des Spielers |
| Banco | die Wette auf die Hand der Bank |
| Tie | Gleichstand der Hände, Bank- und Spieler-Wetten bekommen den Einsatz zurück |
| Kommission | 5 % Abzug auf Gewinne der Bank-Wette |
| Cut Card | markiert das Ende des Schuhs, 16 Karten vor dem Boden |
Das Ende eines Schuhs folgt einer festen Regel. Erscheint die Cut Card, spielt der Croupier die laufende Runde zu Ende, dann noch eine weitere, und beginnt anschließend einen neuen Schuh. Zu Beginn eines neuen Schuhs deckt der Croupier eine Karte auf, deren Wert bestimmt, wie viele Karten abgelegt werden, bei einer Zehn oder Bildkarte sind es zehn. Das alles passiert ohne Ihr Zutun und hat keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeiten einer einzelnen Runde.
Welche Baccarat-Tische gibt es: Big Table, Midi und Mini?
Es gibt drei Tischformen. Das große Tisch-Baccarat steht nach Wizard of Odds in einem abgetrennten Bereich, hat meist hohe Mindesteinsätze und etwa die Größe eines Craps-Tisches mit drei Croupiers und bis zu 12 oder 14 Spielern. Die Karten gehen reihum, aber der austeilende Spieler übernimmt kein finanzielles Risiko der anderen.
| Tisch | Wer deckt auf | Typisch |
|---|---|---|
| Big Table | der austeilende Spieler | 3 Croupiers, bis 12 oder 14 Spieler |
| Midi | der Croupier | größerer Tisch, hohe Limits |
| Mini | der Croupier | schnelleres Spiel, manchmal sechs Decks |
Beim Mini-Baccarat deckt der Croupier alle Karten selbst auf, das Spiel läuft schneller. Midi-Baccarat gleicht dem Mini, der Tisch ist größer und steht meist in Räumen mit hohen Limits. Die Wahrscheinlichkeiten sind bei gleicher Deckzahl identisch, Mini-Baccarat wird manchmal mit sechs statt acht Decks gespielt, das verschiebt die Werte nur geringfügig.
Wann bekommt eine Hand eine dritte Karte?
Die Tabelle gilt, wenn keine Hand ein Natural hat. Der Spieler zieht bei 0 bis 5 und bleibt bei 6 und 7. Die Bank zieht ohne Spielerkarte ebenfalls bei 0 bis 5. Hat der Spieler gezogen, entscheidet seine dritte Karte:
| Bank hat | zieht, wenn die dritte Spielerkarte war | bleibt, wenn sie war |
|---|---|---|
| 0, 1, 2 | immer | nie |
| 3 | alles außer 8 | 8 |
| 4 | 2 bis 7 | 0, 1, 8, 9 |
| 5 | 4 bis 7 | 0 bis 3, 8, 9 |
| 6 | 6 oder 7 | 0 bis 5, 8, 9 |
| 7 | nie | immer |
Ein Beispiel: Der Spieler hat 5 und zieht eine 6, die Bank hat 4. Die 6 liegt zwischen 2 und 7, also zieht die Bank. Sie kennt die dritte Spielerkarte, bevor sie entscheidet. Das erklärt, warum sie etwas öfter gewinnt.
Wie oft gewinnt die Bank?
| Ergebnis | Wahrscheinlichkeit |
|---|---|
| Bank gewinnt | 45,86 % |
| Spieler gewinnt | 44,62 % |
| Unentschieden | 9,52 % |
Ein zweites Beispiel mit Gleichstand: Spieler 2 und 3 (5) zieht eine 9 und landet bei 4. Die Bank mit 3 und 1 (4) bleibt bei einer 9 stehen. Es steht 4 zu 4, Bank und Spieler bekommen den Einsatz zurück, eine Tie-Wette zahlt 8 : 1.
Wie verändert die Zahl der Decks die Chancen?
Wizard of Odds rechnet für acht, sechs und ein Deck sowie für eine unendliche Zahl von Decks. Einige Online-Anbieter sollen nach seinen Angaben mit unendlich vielen Decks arbeiten. Die Unterschiede sind klein, aber sie gehen in eine Richtung: Je weniger Decks, desto günstiger die Bank-Wette und desto teurer die Tie-Wette.
| Decks | Bank | Spieler | Tie (8 : 1) |
|---|---|---|---|
| 8 | 1,06 % | 1,24 % | 14,36 % |
| 6 | 1,06 % | 1,24 % | 14,44 % |
| 1 | 1,01 % | 1,29 % | 15,75 % |
| unendlich | 1,06 % | 1,23 % | 14,12 % |
Die Deckzahl spürt man fast nur bei der Tie-Wette, deren Hausvorteil zwischen 14,12 und 15,75 % schwankt. Bei Bank und Spieler ändert sich in der zweiten Nachkommastelle wenig.
Welche Wette kostet am wenigsten?
Bank und Spieler zahlen 1 : 1. Auf Gewinne der Bank behält das Casino 5 % Kommission ein, sonst wäre diese Wette für Sie vorteilhaft.
| Wette | Rechnung | Hausvorteil | erwarteter Verlust je 1.000 € Umsatz |
|---|---|---|---|
| Bank | 0,4462 − 0,95 · 0,4586 | 1,06 % | 10,58 € |
| Spieler | 0,4586 − 0,4462 | 1,24 % | 12,40 € |
| Tie (8 : 1) | 8 · 0,0952 − 0,9048 | 14,36 % | 143,60 € |
Zahlt ein Tisch 9 : 1 auf Tie, sinkt der Wert nach Wizard of Odds auf etwa 4,84 %, bleibt aber über Bank und Spieler.
Wie stark die Kommission wirkt, zeigt eine weitere Tabelle von Wizard of Odds für acht Decks: Bei 5 % Kommission kostet die Bank-Wette 1,058 %, bei 4 % noch 0,599 % und bei 3 % nur 0,141 %. Ganz ohne Kommission würde sie dem Spieler einen Vorteil von 1,235 % bringen. Die Kommission ist also kein Detail, sondern der Preis, der die Bank-Wette vom Gewinnspiel zum Verlustgeschäft macht. Den Vergleich mit anderen Spielen zeigt Erwartungswert und Hausvorteil.
Wie funktionieren Nebenwetten wie die Paarwette?
Neben Bank, Spieler und Tie gibt es an manchen Tischen Wetten auf ein Paar, also zwei gleiche Karten in den ersten zwei Karten einer Hand. Bei acht Decks tritt das nach der Tabelle von Wizard of Odds in 6.448 von 86.320 Fällen auf, das sind 7,47 %. Mit der dort angesetzten Auszahlung von 11 : 1 ergibt sich ein Hausvorteil von 10,36 %: 11 · 0,0747 − 0,9253 = −0,1036.
| Auszahlung | Rechnung | Hausvorteil |
|---|---|---|
| 11 : 1 | 11 · 0,0747 − 0,9253 | 10,36 % |
| 10 : 1 | 10 · 0,0747 − 0,9253 | 17,83 % |
Wer eine Paarwette sieht, sollte die Auszahlung auf dem Tisch prüfen. Schon ein Punkt weniger lässt den Vorteil des Hauses um mehr als sieben Prozentpunkte steigen. Beide Werte liegen weit über den 1,06 % der Bank-Wette.
Wie viel verlieren Sie im Schnitt, und wie stark schwankt es?
Der Hausvorteil ist ein Durchschnitt über sehr viele Runden. Für 100 Runden mit je 10 € Einsatz ergibt sich der erwartete Verlust aus Umsatz mal Hausvorteil, bei der Bank-Wette 1.000 € · 1,06 % = 10,58 €. Entscheidend ist die Streuung: Bei der Bank-Wette liegt die Standardabweichung eines Einsatzes bei etwa 0,927 Einheiten. Nach 100 Runden sind das 10 € · √100 · 0,927 = 92,74 €.
| Wette | erwarteter Verlust nach 100 Runden à 10 € | Standardabweichung |
|---|---|---|
| Bank | 10,58 € | 92,74 € |
| Spieler | 12,35 € | 95,12 € |
| Tie (8 : 1) | 143,60 € | 264,09 € |
Die Schwankung ist rund neunmal so groß wie der erwartete Verlust. Deshalb kann eine Sitzung deutlich im Plus enden und dennoch auf lange Sicht ein Verlustgeschäft sein. Wer das beim Rechnen vergisst, hält eine glückliche Serie für ein Muster.
Ist Baccarat günstiger als Roulette?
Ja, wenn Sie auf die Bank setzen. Beim Roulette mit einer Null bleibt bei jeder Einsatzart 1/37 des Einsatzes beim Haus, das sind 2,70 %. Mit der La-Partage-Regel sinkt der Wert auf den einfachen Chancen auf 1,35 %, mehr dazu auf der Roulette-Seite. Baccarat bietet je nach Wette drei Werte, und die Spanne ist groß.
| Wette | Hausvorteil |
|---|---|
| Baccarat, Bank (8 Decks) | 1,06 % |
| Baccarat, Spieler (8 Decks) | 1,24 % |
| Roulette mit einer Null, ohne La Partage | 2,70 % |
| Baccarat, Tie (8 : 1) | 14,36 % |
Das Beste und das Schlechteste im Haus liegen also im selben Spiel. Entscheidend ist, wo Sie Ihr Geld hinlegen. Wie die Roulette-Varianten rechnen, steht unter Roulette, alle Spiele im Vergleich unter Erwartungswert und Hausvorteil.
Gibt es eine Baccarat-Strategie?
Nur die Wahl der Wette verändert den Hausvorteil, und die Bank ist die günstigste. Systeme wie „nach drei Bank-Siegen auf Spieler wechseln“ ändern nichts: Jede Runde ist unabhängig, warum das trügt, steht unter Spielerfehlschluss. Einsatzsysteme verändern nur die Streuung. Auch das Scoreboard ist nur eine Liste vergangener Runden und sagt nichts über die nächste voraus.
Wo ist Baccarat in Deutschland erlaubt?
Virtuelle Automatenspiele, die Spielbankspielen wie Roulette, Black Jack oder Baccara entsprechen, sind nach § 22a Abs. 2 GlüStV 2021 unzulässig. Baccarat ist deshalb ein Spiel der Spielbanken der Länder, siehe Spielbanken in Deutschland. Die Rechtslage im Überblick: Online Casino Deutschland legal.
| Vorschrift | Inhalt |
|---|---|
| § 22a Abs. 2 | Virtuelle Automatenspiele, die Tischspielen mit Bankhalter wie Roulette, Black Jack oder Baccara entsprechen, sind unzulässig |
| § 3 Abs. 1a | Online-Casinospiele sind virtuelle Nachbildungen von Bankhalterspielen und Live-Übertragungen eines terrestrisch durchgeführten Bankhalterspiels mit Teilnahmemöglichkeit über das Internet |
| § 22c | Die Länder können Online-Casinospiele selbst veranstalten oder Konzessionen erteilen, höchstens so viele wie nach dem Spielbankenrecht des Landes mit Stand 17. Januar 2020 Spielbankkonzessionen vergeben werden konnten |
Baccara nennt § 22a Abs. 2 ausdrücklich als Tischspiel mit Bankhalter. Online setzt Baccarat deshalb ein Land als Veranstalter oder eine befristete Konzession voraus, einen Sonderfall beschreibt die Seite Online Casino Schleswig-Holstein. Auf dieser Seite wird kein Anbieter empfohlen.




