- Netflix-Netto-Neukunden im ersten Quartal 2020
- 15,77 Mio.
- Homeoffice-Anteil der Erwerbstätigen 2019 und 2025
- 13 % → 25 %
- Empfehlung bei Atemwegsinfekt
- 3 bis 5 Tage
- WHO-Richtwert Bewegung pro Woche
- 150 min
Was zeigen die Zahlen von 2020 über das Zuhause?
Im Frühjahr 2020 mussten Millionen Menschen in Deutschland lernen, was sie mit sich und ihrer Wohnung anfangen. Am 22. März 2020 einigten sich Bund und Länder auf eine umfassende „Beschränkung sozialer Kontakte“: Aufenthalt im öffentlichen Raum nur allein oder mit einer weiteren Person außerhalb des eigenen Hausstands, Gastronomie und zahlreiche Dienstleistungsbetriebe geschlossen. Treffen fanden am Bildschirm statt. Der deutlichste Beleg dafür steht im Aktionärsbrief von Netflix zum ersten Quartal 2020.
| Netflix | Q1 2020 | Q1 2019 |
|---|---|---|
| Netto-Neukunden | 15,77 Mio. | 9,60 Mio. |
| Abonnenten Ende des Quartals | 182,86 Mio. | – |
Netflix schrieb selbst, das Wachstum habe sich wegen der Ausgangsbeschränkungen (im Brief: home confinement) vorübergehend beschleunigt und werde nachlassen, sobald diese enden. Die Zahl sagt etwas über Streaming, nichts über Zufriedenheit. Sie stammt zudem aus dem ersten Quartal 2020 und beschreibt nicht die heutige Nutzung.
Das Arbeiten von zu Hause hat sich anders entwickelt. Nach dem Statistischen Bundesamt (Pressemitteilung vom 22. April 2026) arbeiteten 2025 rund 25 Prozent der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich im Homeoffice, 2024 waren es 24 Prozent, 2023 23 Prozent. Vor der Pandemie, 2019, waren es lediglich 13 Prozent.
| Jahr | Homeoffice (zumindest gelegentlich) | davon ausschließlich zu Hause |
|---|---|---|
| 2019 | 13 % der Erwerbstätigen | – |
| 2021 | etwa so hoch wie 2025 | 40 % der Homeoffice-Nutzer |
| 2024 | 24 % | 24 % der Homeoffice-Nutzer |
| 2025 | 25 % | 24 % der Homeoffice-Nutzer |
Das Zuhause ist also kein Dauerzustand geworden, aber ein Arbeitsort neben anderen. 46 Prozent der Homeoffice-Nutzer arbeiteten 2025 weniger als die Hälfte ihrer Arbeitstage zu Hause. Bei Beschäftigten in großen Unternehmen (ab 250 Personen) lag der Anteil bei 35 Prozent, in kleinen (bis 49 Personen) bei 19 Prozent.
Wie lief die Isolation in Deutschland von 2020 bis 2022?
Die Beschränkungen kamen in Wellen. Die bundesweiten Maßnahmen liefen erst im Frühjahr 2022 aus. Die folgende Übersicht fasst die Stationen nach der Chronik in der Wikipedia zusammen.
| Datum | Was galt |
|---|---|
| 22. März 2020 | Kontaktbeschränkungen von Bund und Ländern, Mindestabstand 1,50 Meter |
| Mitte April bis Mai 2020 | schrittweise Öffnung von Geschäften, Gastronomie und Museen |
| 2. November 2020 | „Lockdown light“, Kultur- und Gastronomiebetriebe wieder geschlossen |
| 16. Dezember 2020 | zweiter Lockdown, Schulen und Kitas geschlossen oder im Distanzunterricht |
| 23. April bis 30. Juni 2021 | „Bundesnotbremse“ mit nächtlicher Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr ab Inzidenz 100 |
| 3. April 2022 | keine bundesweit geltenden Kontaktbeschränkungen mehr |
Für Menschen, die selbst infiziert waren oder Kontakt hatten, galten gesonderte Quarantäneregeln der Gesundheitsämter. Das Robert Koch-Institut führt die früheren Empfehlungen zu Isolierung und Quarantäne bei SARS-CoV-2 heute im Archiv: Die Fassung vom 2. Mai 2022 trat am 3. Juli 2023 außer Kraft.
Woher kommt das Wort Quarantäne?
Die Zahl 40 steckt im Wort. „Quarantäne“ kam im 17. Jahrhundert aus dem Französischen „quarantaine de jours“ („vierzig Tage“) ins Deutsche, abgeleitet über das Lateinische von „quadraginta“. In Italien nannte man die Reisesperre für seuchenverdächtige Ankömmlinge „quaranta giorni“.
Früh belegt sind mehrere Stationen im 14. Jahrhundert:
| Jahr | Ort | Maßnahme |
|---|---|---|
| 1374 | Venedig | Hafeneinfahrt für pestverdächtige Schiffe verboten |
| 1374 | Reggio nell’Emilia | Quarantäne von nur zehn Tagen |
| 1377 | Ragusa | Reisende und Kaufleute müssen zuerst 30, später 40 Tage in Lazaretten bleiben |
| 1383 | Marseille | erste Quarantäne über ankommende Schiffe |
Aus der Regel von Ragusa leitet sich die heutige Bedeutung ab. Die Dauer richtet sich in der Medizin nach der Inkubationszeit der vermuteten Krankheit.
Wie lange sollten Sie bei einem Infekt zu Hause bleiben?
Für Atemwegsinfekte gibt es eine Empfehlung, keine Vorschrift. Das Bundesgesundheitsministerium (Pressemitteilung vom 18. September 2023) und das RKI nennen dieselbe Spanne: bei Symptomen drei bis fünf Tage und bis zur deutlichen Besserung zu Hause bleiben, Kontakte meiden und, wenn sich Begegnungen mit gefährdeten Personen nicht vermeiden lassen, eine Maske tragen.
Auf der RKI-Seite zur Isolierung (Stand 6. Oktober 2023) steht, dass die Lage bei COVID-19 für die Allgemeinbevölkerung keine angeordnete Isolierung Erkrankter und Quarantäne von Kontaktpersonen durch die Gesundheitsämter erfordert. Über Maßnahmen entscheidet im Einzelfall das örtliche Gesundheitsamt.
| Quelle | Empfehlung | Stand |
|---|---|---|
| Bundesgesundheitsministerium | bei Symptomen drei bis fünf Tage und bis zur deutlichen Besserung zu Hause bleiben, Maske bei unvermeidbaren Kontakten | 18. September 2023 |
| Robert Koch-Institut | 3 bis 5 Tage und bis zu einer deutlichen Besserung zu Hause bleiben, Kontakte vermeiden, bei Bedarf Hausarztpraxis kontaktieren | 6. Oktober 2023 |
Wann Sie arbeiten dürfen, hängt von Ihrem Arbeitsvertrag und Ihrer Krankschreibung ab, nicht von dieser Empfehlung. Ob die Empfehlung inzwischen angepasst wurde, sehen Sie auf der Seite des Ministeriums, im Zweifel hilft die Hausarztpraxis.
Wie füllen Sie Tage ohne Termine?
- 01Bewegen
Die WHO nennt für Erwachsene mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche, rund 21 Minuten am Tag: Treppensteigen, Dehnen oder ein Spaziergang. Bei Fieber gilt das nicht.
- 02Gemeinsam spielen
Skat braucht drei Personen und ein Blatt aus 32 Karten, Backgammon zwei und ein Brett. Den festen Platz dafür beschreibt der Beitrag zum Spielzimmer zu Hause. Allein üben Sie Regeln und Wahrscheinlichkeiten beim Backgammon und bei Würfelspielen, ganz ohne Einsatz.
- 03Reden
Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr und kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 und 116 123 erreichbar, dazu per Chat und Mail. Einsamkeit und Ängste nennt sie ausdrücklich als Anlässe, über 7.700 Ehrenamtliche stehen dahinter.
Nicht jede Isolation lässt sich mit Beschäftigung füllen. Wer sich schlecht fühlt, hat ohnehin wenig Lust auf Programm. Wer sich besser fühlt und noch ein paar Tage bleiben muss, merkt rasch, wie lang ein Tag ohne Struktur sein kann: Feste Zeiten für Essen, Bewegung und Pause, ein Spiel am Abend und ein Telefonat am Tag geben ihm Form.
Praktisch heißt das: Zwei Spiele für den Abend bereitlegen, bevor die Erkältung kommt. Ein Kartenspiel braucht keinen Strom, kein Netz und keine Mitspielenden außerhalb des Haushalts, eine Patience geht allein. Wer mit anderen spielen will, kann das Telefonat und die Partie verbinden, etwa mit je einem eigenen Blatt am Hörer.
Wohin können Sie sich bei Einsamkeit und Druck wenden?
Die TelefonSeelsorge nennt auf ihrer Seite ausdrücklich Trauer, Angst und Einsamkeit als Anlässe, sich zu melden. Sie erreichen sie unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, der Anruf ist kostenfrei. Dazu gibt es Chat, Mail und eine Beratung vor Ort. Für ein Gespräch brauchen Sie keinen besonderen Anlass, es genügt, dass die Decke einem auf den Kopf fällt.




