- Songs mit belegtem Hintergrund
- 6
- zwischen „Luck Be a Lady“ (1950) und „Poker Face“ (2008)
- 58 Jahre
- „The Gambler“ in den US-Country-Charts
- Platz 1
- Länder mit Platz eins für „Poker Face“
- 19
Welche Songs sind das?
| Song | Interpret, Jahr | Was belegt ist |
|---|---|---|
| „The Gambler“ | Kenny Rogers, 1978 | geschrieben von Don Schlitz im August 1976 mit 23; zuerst Bobby Bare, dann Johnny Cash 1978; Platz 1 US-Country, Platz 16 Hot 100, Grammy 1980 |
| „Ace of Spades“ | Motörhead, 1980 | erschienen am 17. Oktober 1980; UK-Platz 15, nach Lemmys Tod 2015 Platz 13; 2019 Umfrage unter Kunden einer Online-Pokerseite: liebstes Poker-Lied |
| „Luck Be a Lady“ | Frank Loesser, 1950 | Musical „Guys and Dolls“; Marlon Brandos Version aus dem Film von 1955 auf Platz 42 der AFI-Liste „100 Years…100 Songs“ (2004) |
| „Poker Face“ | Lady Gaga, 2008 | erschienen am 23. September 2008; Platz 1 in 19 Ländern, Grammy 2010 (beste Dance-Aufnahme) |
| „Viva Las Vegas“ | Elvis Presley, 1964 | aufgenommen am 10. Juli 1963 für den gleichnamigen Film; Hot 100 Platz 29, 1992 Gold |
| „Rambling, Gambling Willie“ | Bob Dylan, 1962 | Protagonist hält „Asse mit Achten“, die Dead Man’s Hand |
Alle sechs Titel verwenden Glücksspiel als Bild, keiner erklärt ein Spiel. Die Tabelle nennt nur Daten, die in den Wikipedia-Artikeln zu den Liedern belegt sind.
Warum schrieb Lemmy über Karten statt über Automaten?
„Ich bin eher für einarmige Banditen, aber man kann nicht über sich drehende Früchte singen“, sagte Lemmy. Eddie Clarke, Lemmy und Phil Taylor schrieben den Song. Lemmy hielt ihn nicht für sein bestes Werk, sagte aber, er sei „wirklich gut zu uns gewesen“.
Das Lied beginnt mit einem übersteuerten Bass-Intro von Lemmy. Als Single erschien es im Oktober 1980, die Band spielte es am 6. und 20. Oktober bei „Top of the Pops“. Es hielt sich 13 Wochen in den britischen Charts und stieg Anfang Januar 2016 nach dem Tod des Sängers im Dezember 2015 noch einmal auf Platz 13. Von der 12-Zoll-Ausgabe im Weihnachts-Cover mit Nikolausmützen wurden höchstens 50.000 Stück gepresst.
- Länge der Single
- 2:49
- in den britischen Charts, Höchstplatz 15
- 13 Wochen
- nach Lemmys Tod, Januar 2016
- Platz 13
- Exemplare der 12-Zoll-Ausgabe höchstens
- 50.000
Worum geht es in „The Gambler“?
Ein Erzähler trifft in einem Zug einen alten Spieler, der ihm in Pokerbildern Lebensweisheit mitgibt, dann stirbt der Mann im Schlaf. Es ist ein Gespräch über Entscheidungen, kein Spiel am Tisch. Schlitz sagte später, ihn habe sein verstorbener Vater inspiriert: „Etwas, das größer ist als ich, hat dieses Lied geschrieben.“ Das Lied führte zu fünf Fernsehfilmen (1980 bis 1994), 2018 kam es in die National Recording Registry der Library of Congress.
Der Weg zum Hit dauerte Jahre:
- 01August 1976
Don Schlitz schreibt den Song mit 23 Jahren.
- 02Zwei Jahre Nashville
Er bietet ihn überall an. Bobby Bare nimmt ihn auf Anraten von Shel Silverstein auf, die Fassung erscheint nie als Single. Schlitz' eigene Aufnahme kommt nicht über Platz 65.
- 031978
Mehrere Musiker nehmen den Song auf, darunter Johnny Cash. Kenny Rogers veröffentlicht seine Fassung im November, aufgenommen in Nashville mit Produzent Larry Butler. Laut Schlitz stammen mehrere Ideen von den beiden, darunter das neue Gitarrenintro.
- 041980
Grammy für die beste männliche Country-Gesangsdarbietung.
Hat „Poker Face“ etwas mit Poker zu tun?
Nur im Bild. Gaga erklärte am 11. April 2009 bei einem Konzert in Palm Springs, es gehe um ihre Bisexualität: Sie sei mit einem Mann zusammen und denke an eine Frau, er müsse ihr Pokerface deuten. Geschrieben haben ihn Gaga und RedOne. In einem anderen Interview nannte sie als Grundidee Sex und Glücksspiel.
Der Erfolg ist belegt: Das Lied stand unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien und den USA an der Spitze der Charts. Bei den Grammys 2010 war es für Song des Jahres und Aufnahme des Jahres nominiert und gewann als beste Dance-Aufnahme.
- verkaufte Exemplare, laut Wikipedia
- 14 Mio.
- Verkäufe 2009, meistverkaufte Single der Welt
- 9,8 Mio.
- Video von Ray Kay erschienen
- 22.10.2008
- beste Dance-Aufnahme
- Grammy 2010
Im Video spielt Gaga Strip-Poker in einer Villa.
Wer sang „Luck Be a Lady“ zuerst?
Frank Loesser schrieb das Lied 1950 für das Musical „Guys and Dolls“, das am 24. November 1950 am Broadway Premiere hatte, 1.200 Vorstellungen lief und den Tony als bestes Musical gewann. Robert Alda sang es als Spieler Sky Masterson, der hofft, eine Wette zu gewinnen, von der seine Beziehung abhängt. Das Glück, „Lady Luck“, behandelt er wie ein Date, das ihn an diesem Abend nicht verlassen soll.
Berühmt wurde es durch die Verfilmung von 1955. Wer sang es wann?
| Jahr | Fassung |
|---|---|
| 1950 | Robert Alda im Musical „Guys and Dolls“ |
| 1955 | Marlon Brando im Film, Platz 42 der AFI-Liste „100 Years…100 Songs“ (2004) |
| 1963 | Frank Sinatra, erstmals auf einer Reprise-Zusammenstellung, später sein Erkennungslied |
| 1993 | Barbra Streisand |
| 1994 | Sinatra als Duett mit Chrissie Hynde |
Ist „Viva Las Vegas“ die Stadthymne?
Nein. Las Vegas wollte das Lied 2002 zum offiziellen Stadtlied machen, die Verhandlungen mit Elvis Presley Enterprises scheiterten am Preis. Dort lag das Urheberrecht seit 1993 ohnehin nicht mehr: Es gehört den Familien der Autoren Doc Pomus und Mort Shuman. Elvis Presley hat den Song nach Wikipedia nie live gesungen.
Heute ist es der Siegessong der Vegas Golden Knights und lief auch bei deren Siegesparade nach dem Stanley-Cup-Finale 2023. In Großbritannien kam die Single auf Platz 17. Es gibt abweichende Fassungen: Die Dead Kennedys nahmen 1980 eine sarkastische Version mit geändertem Text auf, ZZ Top erreichten 1992 mit einer Neuaufnahme Platz 10 in Großbritannien. Welche Orte der Stadt sehenswert sind, steht im Reiseführer zu Las Vegas.
| Fassung | Jahr | Besonderheit |
|---|---|---|
| Elvis Presley | 1964 | Hot 100 Platz 29, UK Platz 17 |
| Dead Kennedys | 1980 | sarkastische Version mit geändertem Text |
| ZZ Top | 1992 | Platz 10 in Großbritannien, Platz 8 in Irland |
Was ist Dylans Dead Man’s Hand?
Die Hand aus schwarzen Assen und Achten spielt auf die Legende um Wild Bill Hickok an, der am 2. August 1876 in Deadwood von Jack McCall erschossen wurde. Dass er genau diese Karten hielt, ist nicht belegt: Keine zeitgenössische Quelle nennt sein Blatt. Nach der Quellenlage ist die Festlegung auf Asse und Achten erst seit einem Buch von 1926 üblich, 1962 war diese Fassung also längst geläufig.
Davor schwankte der Begriff:
| Jahr | Quelle | Gemeintes Blatt |
|---|---|---|
| 1886 | früheste ausführliche Erwähnung | Full House aus drei Buben und zwei Zehnern |
| 1903 | Encyclopaedia of Superstitions | drei Buben und rote Siebenen |
| 1907 | Hoyle’s Games | Buben und Achten |
| 1926 | Buch von Frank J. Wilstach über Hickok | schwarze Asse und Achten |
In Dylans „Rambling, Gambling Willie“ stirbt der Protagonist beim Pokern mit „Assen mit Achten“.
Kaum eines dieser Stücke spielt am Spieltisch: In „The Gambler“ ist Glück eine Frage der Haltung, in „Luck Be a Lady“ eine Bitte, in „Poker Face“ ein Verhaltensrätsel. Die Mathematik hinter Glück und Pech erklärt die Seite zum Spielerfehlschluss, die Spiele selbst stehen unter Poker, die Hintergründe in der Glücksspiel-Geschichte des Wilden Westens.
Was verbindet die Lieder?
Sie wählen Bilder, die sich singen lassen. Zwischen dem ältesten und dem jüngsten Stück der Liste liegen ein Musical, ein Country-Hit, ein Rocksong und ein Filmtitel. „Ace of Spades“ wurde im Mai 2019 in einer Umfrage unter 1.000 Kunden einer Online-Pokerseite zum liebsten Poker-Lied gewählt, vor „Poker Face“. Eine Umfrage dieser Größe ist ein Stimmungsbild, kein Ranking der Musikgeschichte.




